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Dokville 3: Von Frauen und neuen Perspektiven

Eine neue Plattform für unabhängigen Dokumentarfilm zu schaffen, die nicht unbedingt im Kino und Fernsehen eine Chance haben zu laufen, ist das Ziel von Jochen Hick und seinen Mitkämpferinnen. Diese Filme haben oft eine große vernetzte Community, über die sie Zuschauer*innen ansprechen und aktivieren. Bei kommerziellen Plattformen sind solche Produktionen nachrangig gelistet und können schwer gefunden werden. Das geplante Portal für den unabhängigen Dokfilm ist nicht an Exklusivität gebunden, sondern man kann die Filme auf anderen schon bestehenden Plattformen wie Onlinefilm, Realeyz oder Dokumotive laden. Die Lizenzgeber*innen sollen sich als Community verstehen und die Plattform soll mit dem Solidaritätsgedanken entwickelt werden. Es gibt ähnliche Plattformen im Ausland. Ein erster Schritt ist ein Blog, aus der die Plattform entwickelt werden soll. Es wird klare Regeln geben, z.B. max. drei Filme pro halbem Jahr und ein klares Profil der Filme als frei finanzierte Filme außerhalb des Mainstreams. Fortwährende Bewerbung und aktive Mitarbeit an der Plattform sind gefordert. Der Name des Portals soll bis Ende des Jahres feststehen und im nächsten Jahr dann starten. Es müssen noch rechtliche Fragen geklärt werden, da die Initiative erst vor einigen Monaten gestartet ist. Bei Interesse ist der Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

DV19 Fr 02Ein spezielles Frauen Panel wurde organisiert in Zusammenarbeit mit WIFT Germany (Women in Film Television) zur Frage Animadok: Wo sind die Frauen? DOKVILLE Kuratorin Astrid Beyer stellte in der Einleitung fest, dass zwar viele Animatorinnen ausgebildet würden, aber in der Praxis würden die Branche von Männern dominiert. Annegret Richter, Geschäftsführerin AG Animationsfilm stellte fest, dass dies Genre nicht sehr familienfreundlich ist und Frauen weniger selbstbewusst seien als Männer – das fängt schon bei den Honorarverhandlungen an. Frauen müssten mutiger werden. Stefanie Larson, Leiterin des Animation Media Cluster Region Stuttgart, bestätigte dies und die Animationsbranche wäre eben auch ein Wanderzirkus, bei dem die Animator*innen von Projekt zu Projekt wechseln würden. Prof. Lillian Klages vom Animationsinstitut an der Filmakademie Baden-Württemberg wies auf Unterschiede in verschiedenen Ländern hin. In Skandinavien beispielsweise seien geregelte Arbeitszeiten üblicher. Bei uns gäbe es eher einen Wettbewerb, wer am längsten im Büro ist. Anja Kofmel war bei „Chris the Swiss“ im eigens aufgebauten Animationsstudio in Zagreb die Erste, die kam und die Letzte, die ging. Insgesamt lebte sie für die Produktion zwei Jahre in Zagreb. Waltraud Grausgruber, Festivalleiterin von Tricky Women wollte es nicht auf die langen Arbeitszeiten beschränken, sondern dass man es ihnen oft nicht zutrauen würde. In den USA würden nur 3% der Regieaufträge für lange Animationsfilmen an Frauen vergeben. In Deutschland wurde eine Untersuchung gestartet zu Frauen im Animationsfilm, auch mit der Frage, ob eine Spezialisierung eine Lösung sein könnte. Denn hier gibt es keine großen Studios, sondern viele arbeiten wesentlich kleinteiliger. Im animierten Kurzfilm sind Frauen noch gut vertreten, aber in der Serie und im Langfilm wird es für sie schwieriger. Allerdings werden sie oft schlechter bezahlt, wie verschiedene Studien nachwiesen. Für Animatorinnen gibt es die Chance für eine Arbeit zu Hause, um es besser mit der Familie abstimmen zu können. Letztlich stellt sich die Frage, ob Animadok den Frauen neue Chancen geben würde, da es sich oft um kurze Animationen von einigen Minuten handelt.

DV19 Fr 03Neue Perspektiven eröffneten ein Virtual Reality Projekt und ein Game in der Sektion Angedokt in Zusammenarbeit mit der Filmcommission Region Stuttgart. SWR online entwickelte mit Pixelcloud eine VR-Anwendung, mit der jeder eintauchen kann in das Höhlensystem Blautopf auf der Schwäbischen Alb. Es wurden aus der Rekonstruktion drei Projekte entwickelt: eine Doku, eine VR-Anwendung und ein Spiel. Sie ermöglichen sich durch das Höhlensystem zu bewegen und auch zusätzliche Informationen zu finden. Vorgestellt wurde es von Bettina Fächer (SWR online) und Jonas Kirchner von Pixelcloud. Die Dreharbeiten in der Höhle war nur die Basis für eine aufwändige Postproduktion. Das Stilmittel der Animation wählte das Computerspiel „Through the Darkest of Times“ über den Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Es war das erste Computerspiel in Deutschland, dass das Symbol des Hakenkreuzes verwendete und trotzdem auf dem Markt kommen wird. Sebastian Schulz von Painbucket Games stellte das historisches Strategiespiel vor und ging auf die Konzeption ein. Dabei ist das Spiel chronologisch angelegt und hat vier Hauptereignisse: die Machtübernahme 1933, die Olympischen Spiele 1936, den Zweiten Weltkrieg 1939 und den Untergang 1945. Auf Anraten eines Historikers, der Ihnen klar machte, dass die Akteure damals davon ausgingen, Hitler stürzen zu können, arbeiten sie zur Zeit an einer Version, wo ein solcher Ausgang als Option erscheint.

Autor: Kay Hoffmann

Tags: dokville

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