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TV-Tipp 6. Juni: Ein Platz für Liebe – in der Prime time

Ach, wäre das schön, wenn der Dokumentarfilm im deutschen Fernsehen endlich die Prime time besetzen könnte! Diesen Wunsch hört man oft, wenn man darüber spricht, wie der Dokumentarfilm im TV besser präsentiert werden könnte. Ganz unverhofft macht der SWR am heutigen Mittwoch ein mutiges Statement in dieser Hinsicht: Der von Marissa Middleton für INDI Film und den SWR produzierte, zweiteilige Dokumentarfilm »Liebe für Fortgeschritten« wird ab 20:15 erstgesendet. Und dann auch noch beide Teile direkt hintereinander. Ach, ist das schön!

Szene aus »Liebe für Fortgeschrittene« © INDI Film, SW

Szene aus »Liebe für Fortgeschrittene« © INDI Film, SW

SWR, 20:15 und 21 Uhr: Liebe für Fortgeschrittene


Geschichten vom Suchen: Susanne und Klaus

Susanne ist 71 Jahre alt und hat noch so einiges vor. Wandern, Schwimmen, Radfahren - sie ist aktiv, hat viele Freundinnen und es sich behaglich eingerichtet in ihrem Leben allein. Doch immer, wenn sie etwas Schönes erlebt, dann hätte sie doch gerne jemanden an ihrer Seite, der das genauso empfindet. Ein Mann, eine neue Beziehung: Das wäre das "i-Tüpfelchen", das "Sahnehäubchen" in ihrem Leben, sagt Susanne und macht sich auf die Suche. Doch wie vorgehen? Klassisch - mit einer Zeitungsannonce? Oder über das Internet? Oder bei einem Single-Treff?

Klaus ist 75 Jahre alt und steht vor dem gleichen Problem. Seit fünf Jahren lebt er allein und will es nicht bleiben. Auch Klaus ist ein fröhlicher aktiver Typ: Regelmäßig geht er singen, macht Sport und hält sich in Form. Doch auch er spürt immer stärker, dass das Leben endlich ist und die Zeit langsam knapp wird für ein spätes neues Glück. »Irgendwo da draußen läuft die Frau für mich rum«, sagt Klaus, »und wenn ich die finde, dann wird's richtig gut.«

Für beide wird es keine leichte Suche. Denn Susanne ist anspruchsvoll - und Klaus geht das Ganze mit so viel Engagement an, dass manche Dame etwas verschreckt das Weite sucht. Die Dokumentarfilmerin Marisa Middleton hat beide Senioren auf der Suche nach der letzten großen Liebe begleitet. Ein ebenso amüsanter wie anrührender Film über spätes Glück und die Liebe für Fortgeschrittene.

 

Geschichten vom Finden: Hanne und Peter

Hanne und Peter haben das Unwahrscheinliche geschafft: Sie haben sich gefunden; und das, obwohl Hanne in der Nähe von Stuttgart lebt und Peter hoch im Norden an der Ostseeküste. Das lief ganz klassisch, über eine Zeitungsannonce. Jetzt sind sie frisch verliebt, mit 70 und 68 Jahren, und wollen schnell zusammenziehen. Beide sind verwitwet und haben mit dieser späten Liebe eigentlich nicht mehr gerechnet. Doch nicht alle freuen sich über Ihr Glück: Sohn Thorsten hat so seine Schwierigkeiten mit dem "Neuen" an der Seite seiner Mutter. Hannes Tochter Conny möchte, dass ihre Mutter in der Nähe bleibt, damit sie im Krankheitsfall für sie da sein kann.

Aber davon lässt sich das Paar nicht beirren. Und so löst Hanne, die ehemalige Krankenschwester, ihre Wohnung auf, packt ihre Koffer und zieht zu Peter, dem alten "Seebären", wie sie ihn nennt, an die Ostseeküste. Kurz vor der dänischen Grenze finden sie ein Haus, um ihren Lebensabend ohne "Altlasten" noch einmal neu zu beginnen. Doch das ist noch nicht das Happy-End. Denn schnell spüren sie, dass es nicht ganz leicht ist, sich nach so viel gelebtem Leben auf einen anderen Menschen und dessen Erwartungen einzulassen. Wie das gelingt, hat die Dokumentarfilmerin Marisa Middleton in einem witzigen, unterhaltsamen und klug beobachtenden Film eingefangen.

(Thomas Schneider)

 

Tags: TV-Tipps

Szene aus »Liebe für Fortgeschrittene« © INDI Film, SW

Szene aus »Liebe für Fortgeschrittene« © INDI Film, SW

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