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  • Zum zweiten Mal beteiligte sich in diesem Jahr das Kommunale Kino Freiburg an der Freiburger Museumsnacht. Neben dem Bundesarchiv lieferte auch das Haus des Dokumentarfilms historische Filme zu Freiburg aus der Landesfilmsammlung Baden-Württemberg. Außerdem präsentierte sich das deutsch-französische Interreg-Projekt »RhInédits. Amateurfilm am Oberrhein«.

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  • Solange Flüchtlinge nur Zahlen sind, ist die Sache einfach. Menschen, die aus Nummern bestehen, kann man aufnehmen, verwalten, abschieben. Man kann sie aufeinander auftürmen zu einer monströsen Überzahl, die einem wie eine Flutwelle vorkommen mag, die sich Bahn bricht. Der Dokumentarfilm »Sklavinnen des IS – Suche nach Gerechtigkeit« von Philippe Sands und David Evans gibt einigen der Nummern ihre Namen und ihre Stimme zurück. Sie erzählen von einem Verbrechen gegen die Jesiden in unseren Tagen und ziehen bewusst eine Verbindung zu den Nürnberger Kriegsprozessen. Er ist noch bis 25. Juli 2018 in der Mediathek von Das Erste zu sehen.

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  • Das Mächen, das Gespenst und die Berge: Die Schweizer Regisseurin Alice Schmid ist mit Filmen über Kinder bekannt geworden. Als sie 2012 in »Die Kinder vom Napf« das ungewöhnliche Leben der Bergbauernkinder in ihrer Heimat einfing, fiel ihr ein siebenjähriges Mädchen auf, das sie zur Protagonistin ihres nächsten Projekts machte: Laura Röösli. Die einzige Tochter einer Köhlerfamilie ist mit ihren Träumen, Ängsten und ihrem Tagebuch allein, bis eines Tages ein Junge aus der Stadt zum Landdienst kommt. 3sat zeigt »Das Mädchen vom Änziloch« noch bis zum 21. Juli 2018 in seiner Mediathek.

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  • Wie nahe Genie und Exzentrik - und in manchen Fällen wohl auch Wahnsinn - beieinander liegen, lässt sich bei Filmregisseuren ganz besonders gut ablesen. Über Orson Welles, Quentin Tarrantino oder auch den schwedischen Regisseur Ingmar Bergman geben zuvorderst ihre eigenen Arbeiten Zeugnis ab. Die deutsche Filmemacherin Henrike Sandner, die bereits viele Künstler-Dokumentationen erarbeitet hat, ist für »Ingmar Bergman – Herr der Dämonen«  dem schwedischen Regie-Monolithen ganz nahe gerückt. Sie zeigt hinter seinen wunderbaren Filmen (»Szenen einer Ehe« im Anschluss) ein tief verschüchtertes, um Anerkennung kämpfendes Kind im Manne. Bis 20. Juli 2018 in der Mediathek des Senders abrufbar.

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  • Wer interessiert sich heute noch für Le Corbusier? Wer verzichtet für Mies van der Rohe auf einen lauen Sommerabend? Wer will die Utopien des 20. Jahrhunderts erkunden, wo doch die Realitäten des Einundzwanzigsten viel unmittelbarer sind? Wer so an »Vom Bauen der Zukunft – 100 Jahre Bauhaus« herangeht, erlebt Erstaunliches. Der Dokumentarfilm über eine revolutionäre Neubesinnung in der Raumwahrnehmung wirft Fragen auf, die mehr sind als Zentimeterangaben: Wo sind wir und wie sind wir in einem Raum, der dadurch entsteht, dass wir darin sind. Das sind ja fast schon existentielle Fragen und Niels Bolbrinker, einer der beiden Regisseure dieses Filmes, zeigt

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  • Er wäre nun also 100 Jahre alt geworden. Dieser Satz ist stets Arbeitsauftrag für Dokumentationen und Biografien jeglicher Art. Im Fall des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergman, dieses einzigartigen Genies des europäischen Autorenfilms, hätte es des Anlasses gar nicht bedurft. Denn über Bergmann kann man nie genug erfahren und an seine über 40, heute selten gespielten Filme zu erinnern, ist kulturelle Pflicht. Als ganz persönliche Aufgabe allerdings sah es Margarethe von Trotta an. Sie weilt »Auf der Suche nach Ingmar Bergman« und macht daraus einen Dokumentarfilm, der vor allem dann gut ist, wenn er nicht dokumentarisch sein will.

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  • Auch rund drei Jahre nach ihrer Erstsendung ist "Die große Fifa-Story" des französischen Journalisten Jean-Louis Perez, 2015 nach dem Blatter-Skandal und seinen Folgen gedreht, allen Fußballspielen gegenüber überlegen: Man kann sie immer wieder sehen ohne sie langweilig zu finden, den sie zeigt, wie eines der mächtigsten Sportunternehmen der Welt agiert und funktioniert. Noch bis zum 7. September 2018 ist die 95 Minuten lange Dokumentation in der Arte-Mediathek abrufbar.

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  • Zwischen Bayern und Indien gibt es mehr Gemeinsamkeiten, als man denkt. Oder sind es nur die gleichen Mechanismen, die wirken, wenn Eltern ihre Kinder in die Hände eines zukünftigen Schwiegersohn oder einer Schwiegertochter legen sollen? Vom Zusammentreffen der Kulturen beim Loslösen der Generationen handelt der in München entstandene Dokumentarfilm »Amma & Appa«. Er handelt von zwei jungen Verliebten - sie aus Bayern, er aus Indien. Und von ihren Eltern. 3sat zeigt den Film von 2014 bis 14. Juli in seiner Mediathek.

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  • Die Gewinner des Deutschen Dokumentarfilmpreises 2018 und der Sieger in vier weiteren Kategorien stehen fest. Die zum Abschluss des SWR Doku Festivals und des Branchentreffs Dokville am Freitagabend in Stuttgart verliehenen Auszeichnungen haben eine Preissumme von insgesamt 37.000 Euro. Der größte Teil davon entfällt auf Talal Derki und seinen 99-minütigen Dokumentarfilm »Of Fathers and Sons«

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  • Sich gegen alle Widerstände - speziell auch in Deutschland - hinweggesetzt zu haben und mit fast zehn Stunden Film unter dem Titel »Shoah« ein Meisterwerk der Dokumentarfilmgeschichte gemacht zu haben, das die Monstrosität des Mordens und die Brutalität des Nichtstuns wie kein zweites Werk thematisierte - das ist und bleibt das große Vermächtnis von Claude Lanzmann. Der französische Filmemacher ist am Donnerstag, 5. Juli 2018, im Alter von 92 Jahren gestorben. Die filmische Auseinandersetzung mit dem Genozid an den Juden im 20. Jahrhundert war das große Thema seiner Arbeit. Seine Filme bleiben, mit ihnen die Erinnerung – furchtbar, aber notwendig.

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  • »Wir erleben tektonische Verschiebungen im Gerne und wenn wir nicht aufpassen, wird es investigative Dokumentarfilme bald nicht mehr geben«, sagt Filmproduzent Christian Beetz im abschließenden Panel von Dokville 2018. Diese Runde, bei der neben Beetz und Kuratorin Astrid Beyer auch Imke Meier (ZDFinfo) und Filmemacher Marcus Vetter teilnehmen, steht unter dem durchaus provokanten Titel »Streaming: Taktgeber für TV-Trends?« Was das Panel benennt, ist eine durchaus bedenkliche Zustandsbeschreibung einer Branche im Umbruch. Am Beispiel von »The Cleaners« wird deutlich, wie verlockend, aber auch gefährlich die neuen Streaming-Kanäle wie Netflix und Amazon auch sein können.

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  • »Du willst wissen, wie es ausgeht, was passiert.« Marcus Vetter berichtet bei Dokville 2018 von einem besonderen Erlebnis. Der Filmemacher, der seine Filme über Screenings in der letzten Phase des Schnittes vor Testpublikum verdichtet, erntete bei einer Testvorführung von »Der Verdacht« absloutes Interesse, das auch in 150 Minuten nicht gestillt werden konnte.

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»Democracy«, »Raving Iran« und »Mali Blues« gewinnen

Der »Deutsche Dokumentarfilmpreis 2017« ist vergeben. Die Gewinner der vom Südwestrundfunk (SWR) und der MFG Filmförderung Baden-Württemberg vergebenen Auszeichnung stehen fest: Der Hauptpreis und damit das Preisgeld von 20.000 Euro sowie der Preis der »STZ Leserjury« mit einem Preisgeld von 4000 Euro gehen an den Autor David Bernet für seinen Dokumentarfilm »Democracy – Im Rausch der Daten«. Der Förderpreis Haus des Dokumentarfilms geht an »Raving Iran« von Susanne Regina Meures, der Preis der Norbert Daldrop Förderung für Kunst und Kultur an »Mali Blues« von Lutz Gregor. Wie der SWR betonte, war »Auch die Verzahnung des Branchentreffs Dokville mit dem Publikumsfestival  erfolgreich; es gab einen lebhaften Austausch bei den Filmvorstellungen oder in persönlichen Gesprächen.«

Filmemacher David Bernet (3.v.l.) nimmt den Deutschen Dokumentarfilmpreis 2017 entgegen © SWR / Tom Oettle

Filmemacher David Bernet (3.v.l.) nimmt den Deutschen Dokumentarfilmpreis 2017 entgegen © SWR / Tom Oettle

 

Am Freitagabend wurde in Stuttgart der »Deutsche Dokumentarfilmpreis« vergeben. SWR-Intendant Peter Boudgoust freute sich in seiner Begrüßung, dass der SWR als bedeutender Dokumentarfilmsender eine weitere Plattform geschaffen hat: »Das neue SWR Doku Festival öffnet das Genre für ein breites Publikum und bietet gleichzeitig im Rahmen des Branchentreffs Dokville Gelegenheit für einen Austausch zwischen Machern und Experten – ich freue mich schon heute auf die zweite Ausgabe im kommenden Jahr.« Oberbürgermeister Fritz Kuhn dankte dem SWR: »Beides passt gut in unsere Stadt, die sich mit seinen Festivals und Branchenmeetings zu einem der führenden Film- und Medienstandorte weiterentwickelt. Dem Dokumentarfilm kommt in Zeiten von 'fake news' und 'alternativen Fakten' eine besondere Rolle zu.«

Auszeichnungen für »Democracy – Im Rausch der Daten«

Mit dem gemeinsamen Preis von SWR und MFG Filmförderung Baden-Württemberg wurde »Democracy – Im Rausch der Daten« von David Bernet ausgezeichnet. Die Jury begründete ihre Entscheidung folgendermaßen: »Das Europäische Parlament gilt vielen mittlerweile als undurchdringliches Bürokratiemonster mit undurchschaubaren Strukturen und Entscheidungswegen. David Bernet und seinem Team gelingt mit akribischer Sorgfalt, kritischer Distanz und Unnachgiebigkeit ein vibrierender und lebendiger Einblick, der noch lange nachhallt. Mit stark komponierten schwarz-weiß Bildern und einer klugen Protagonistenauswahl schaffen die Filmemacher das Kunststück, dem scheinbar unlenkbaren 'Tanker‘ Europäisches Parlament ein Gesicht zu geben und ihn ins Fahrwasser der Empathie zu steuern.«

Auch die »STZ Leserjury« kürte »Democracy – Im Rausch der Daten«. Der zum ersten Mal verliehene Preis, der von der Stuttgarter Zeitung beigesteuert wurde, ist mit einem Preisgeld von 4000 Euro dotiert. Die »STZ Leserjury« kommentierte: »Was für eine Überraschung: Ein Thema, das sich in der Ankündigung liest wie ein Schlafmittel, ‚Gesetzgebungsprozess auf EU-Ebene zu einem neuen europaweiten Datenschutzrecht‘, entpuppt sich in ‚Democracy‘ als interessante, spannende und mitreißende Geschichte, für die der Autor und Regisseur eine faszinierende Bildersprache entwickelt.« Der Film wurde produziert von der INDI FILM GmbH mit Seppia, Cedric Bonin, SWR/ARTE sowie NDR und gefördert mit Mitteln von FFA, CNC, MFG Filmförderung Baden-Württemberg, Deutscher Filmförderfonds, Film und Medien Stiftung NRW, Creative Europe MEDIA, Region Alsace, Eurometropole Strasbourg.

»Raving Iran« gewinnt den HDF-Förderpreis

Der mit 3000 Euro dotierte Förderpreis des HDF geht an »Raving Iran« von Susanne Regina Meures. Er wurde zu großen Teilen mit einem Smartphone gefilmt, das in einer Hemd-Brusttasche eingenäht war. In der Begründung der Jury heißt es: »Raving Iran ist ein mutiger Film über das Leben und den Alltag in einem totalitären Regime, in dem die Menschen gelernt haben, sich mit der Zensur zu arrangieren oder sie zu umgehen. […] So fragmentarisch und unperfekt seine Bilder oft sind, so dramaturgisch geschlossen erzählt und kühn montiert ist »Raving Iran«.« Der Film ist eine Produktion von Christian Frei Filmproductions GmbH in Koproduktion mit ZHdK, Zürcher Hochschule der Künste und wurde gefördert von SRF 3Sat,  BAK, Bundesamt für Kultur Zürcher, Filmstiftung Katholischer Mediendienst, Alexis Victor Thalberg Siftung, George Foundation, Filme für eine Welt.

Norbert Daldrop Förderung kürt »Mali Blues«

In diesem Jahr zum ersten Mal vergeben wurde der Preis der Norbert Daldrop Förderung für Kunst und Kultur: Lutz Gregor bekommt die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Film »Mali Blues«. Die Jury hält den Film für auszeichnungswürdig, »weil er deutlich macht, wie gute Musik in die Alltagskämpfe und Leiden der Menschen einwirkt, wie eng Gesellschaft und Musik miteinander verwoben sind. Er zeigt, wie sehr gute Musik uns helfen kann, Schlimmes zu ertragen, Not zu formulieren, einen Klang für den Schmerz zu finden oder sogar endlich dagegen aufzustehen.« Der Film ist eine Produktion der gebrüder beetz filmproduktion Christian Beetz in Koproduktion mit ZDF/ARTE und wurde gefördert mit Mitteln der Film und Medien Stiftung NRW, Creative Media, Medienboard Berlin Brandenburg, FFA, Deutscher Filmförderfonds

Die Entscheidungen traf eine unabhängige Jury: Bettina Böhler (Filmeditorin), Katrin Bühlig (Drehbuch- und Dokumentarfilmautorin), Uli Gaulke (Dokumentarfilmautor), Oliver Mahn (Filmbüro Baden-Württemberg), Regina Schilling (Dokumentarfilmautorin), Wolfgang Schorlau (Schriftsteller) und Paul Zischler (Produzent), Festivalleitung Goggo Gensch (SWR).

Der Deutsche Dokumentarfilmpreis wird ab 2017 jährlich (vorher zweijährig) vom Südwestrundfunk (SWR) und der MFG Filmförderung Baden-Württemberg gestiftet. Aus 113 Einsendungen kamen in diesem Jahr zwölf Produktionen in die engere Auswahl. Die Hauptjury ermittelte daraus dann die vier prämierten Filme. Die Preisverleihung fand dabei zum ersten Mal im Rahmen des neu geschaffenen SWR Doku Festivals statt. Hier wurde drei Tage lang in der Stuttgarter Königstraße der rote Teppich für das Publikum ausgerollt; an drei Spielstätten wurden 47 Filme gezeigt. Überdies lockten zahlreiche, frei zugängliche Hintergrundgespräche Interessierte in die SWR Doku Lounge im Haus der Katholischen Kirche.

Auch die Verzahnung des Branchentreffs Dokville mit dem Publikumsfestival war erfolgreich, es gab einen lebhaften Austausch bei den Filmvorstellungen oder in persönlichen Gesprächen. 

 

Tags: dokville, deutscher dokumentarfilmpreis

Foto: Szene aus »Democracy« © INDI FILM

Foto: Szene aus »Democracy« © INDI FILM