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Dokville - Branchentreff Dokumentarfilm

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Dokville 2017 Rückblick

»Beuys«: Die Reise durchs Quellenmaterial

Dokville 2017 beschäftigte sich mit Filmmaterial, ohne das nahezu kein Dokumentarfilm auskommt: mit Archivfundstücken und mit Inhalten, die aus dem Internet gesammelt werden. »Footage« sagen die Fachleute zu diesen Quellen, die intensiv geprüft werden müssen, denn auch in Archiven lagern Fakes, wie viele Referenten zu berichten wussten.

Der in Stuttgart geborene Filmemacher Andres Veiel berichtete am Bei- spiel seines jüngsten Dokumentarfilms »Beuys«, wie er sich gemeinsam mit der Bildrechercheurin Monika Preischl durch Tausende von Quellenmaterialien arbeiten musste und der Film beinahe an den Kosten für die Nutzung der Archive gescheitert wäre. Martina Knoben (Süddeutsche Zeitung) moderierte das praxisnahe Gespräch über einen der wich- tigsten und zugleich aufwendigsten Dokumentarfilme des Jahres 2017.

Veiel schilderte, dass er mit »Monika Preischl«, die bereits an seinem letzten Film »Wer wenn nicht wir« mitarbeitete, deshalb so gerne zu- sammenarbeite, weil sie mitdenke. Der Filmemacher konnte sich immer darauf verlassen, dass sie sich tief in das Material einarbeiten würde. Sie stellte dann erst einmal eine »Best of« des umfangreichen Materials zusammen – zuerst begann sie, »Schneisen zu schlagen«. Es waren, sagt Monika Preischl, am Anfang »definitiv mehr als 20.000 Fotos«, die als Quellen zur Verfügung standen.

»Das ist ja wahnsinnig«, meinte die Moderatorin und Journalistin Martina Knoben. Andres Veiel drückte es ebenfalls plakativ aus: »Es war ein Wettrennen und ein ständiger Kampf, um nicht im Chaos zu versinken.« Die Arbeiten an dem Film dauerten 18 Monate und waren über drei Jahre verteilt.

Anhand eines Filmausschnitts berichteten Preischl und Veiel von zähen Verhandlungen um das Archivmaterial, die mitten in der Produktion zu Unsicherheiten und Verzögerungen führten. Zu Beginn von »Beuys« hatte Andres Veiel bereits neues Material gedreht, das dann aber doch nicht verwendet wurde. Die »Athmos von den Rheinauen« passten am Ende nicht mehr in das Konzept des Filmes.
Monika Preischl erklärte in dem Gespräch auch ihre Aufgabe als Bildre- chercheurin bei einem Dokumentarfilmprojekt. Des Weiteren empfahl sie mit großem Nachdruck, Bildrechercheure und -rechercheurinnen stärker in die Produktion einzubinden. Mit ihrer Berufsbezeichnung hingegen kann sie sich nach wie vor wenig anfreunden. Der Begriff klinge wie »Bildmasseurin«, meinte sie und sei eher verwirrend.

Als Martina Knoben ihren Gast Andres Veiel auf die Verwendung und finanzielle Auseinandersetzung von Archivmaterial in »Beuys« an- sprach, merkte man deutlich, wie anstrengend der Prozess der Rechte- klärung gewesen sein muss. Nicht nur, dass man sich mit über 200 ver- schiedenen Rechteinhabern über Kosten und Lizenzrechte einigen musste, viele beharrten bei ihrem einzigartigen und für den Film unverzichtbarem Material auf astronomischen Tarifen.

Traurig nannte Andres Veiel vor allem seine zweischneidigen Erfahrungen mit gut situierten Fotografen, die Preise aufriefen, von denen andere nur träumen könnten. Insgesamt bezog sich sein lebhafter Ver- gleich einer »Achterbahnfahrt während der Arbeit am Film« nicht nur auf die archivarische Arbeit, sondern auch auf emotionale Erfahrungen.

Im Anschluss an Dokville 2017 hat sich »Beuys« zu einem wichtigen und viel gesehenen Kino-Dokumentarfilm entwickelt. Der Film wurde für den Deut- schen Dokumentarfilmpreis nominiert und hat bis dato unter anderem Auszeichnungen beim DOK.fest 2018 und beim Bayerischen Fernsehpreis erhalten. In den Kategorien »Bester Schnitt« und »Bester Dokumentarfilm« erhielt »Beuys« den Deutschen Filmpreis 2018. Außerdem war er für die »Beste Filmmusik« nominiert.

 

Tags: Dokville 2017