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Die große Herausforderung

Dokville 2017: Journalistisch arbeiten

Journalistisch arbeiten und dabei trotzdem eine künstlerische Erzählform umsetzen? Bei Dokville 2017 diskutieren die beiden Regisseurinnen Irene Langemann und Katrin Rothe, inwiefern sich dies im Kontext anspruchsvoller Thematiken vereinbaren lässt. Im Mittelpunkt des Panels standen die Dokumentarfilme »1917 - Der wahre Oktober« und »Pawlenski - Der Mensch und die Macht«. Die Filmemacherin und TV-Moderatorin Dörthe Eickelberg moderierte die Runde.

 Während Katrin Rothe in »1917 - Der wahre Oktober« aufgrund der knappen Verfügbarkeit von authentischem Quellmaterial auf Trickfilm und eine persönliche Erzählform setzt, hat sich Irene Langemann in »Pawlenski - Der Mensch und die Macht« aufgrund der gleichen Problematik in Sachen Materialknappheit, für szenische Sequenzen entschieden, in denen die nicht öffentlichen Verhöre und Gerichtsverhandlungen rekonstruiert wurden.Irene Langemann nennt insbesondere die Konzeptionsarbeit der künstlerischen Nacherzählung als große Herausforderung. Die verschriftlichten Gerichtsprotokolle und den vom Filmteam mitgenommenen Ton, im Schattentheater zum Leben zu erwecken, setzte zwar inklusive eines groß angelegten Castings viel Arbeit voraus, sei jedoch am Ende eine tolle und vor allem gänzlich neue Erfahrung für die Regisseurin gewesen.

Als schwierig sollte zudem sich die Verwendung der privaten Aufnahmen Pawlenskis herausstellen, die seine politisch motivierten Aktionen zeigen. Da nur er im Besitz von Bildern dieser provokanten Perfomances ist und diese frei und kostenlos der Presse zur Verfügung stellte, war für Autorin lange nicht klar, wie diese sinnvoll einzubetten waren. Gelöst wurde dies über eine Metaebene: Langemann konnte den Künstler in seiner Wohnung besuchen und das Material zusätzlich auf seinem Computer abdrehen.

Ebenfalls positive Erfahrung im Umgang mit alternativen Erzählformen hat Katrin Rothe gemacht. In ihrem Film über die russische Revolution sei sie vor allem glücklich und dankbar darüber gewesen, die inhaltliche und visuele Umsetzung der Animation ohne ein Einmischen oder Vorgaben des beteiligten Senders angehen zu können.

Als Inspiration für die Stop-Motion-Animationen dienten vor allem zeitgenössische Kunst, Postkarten-Motive oder unveröffentlichte Filmaufnahmen, insbesondere amerikanische Archivaufnahmen, die bis heute unter Verschluss gehalten wurden. Herausgekommen ist eine wunderschöne Ästhetik und Details in den Papierfiguren und Szenenbildern, die einen gänzlich neuen Blick auf die damaligen Ereignisse erlauben. Wenn sie davon spricht, dass für sie »Trickfilm nicht nur Fantasie, sondern vor allem ein tolles Ausdrucksmittel« ist, lässt sich erahnen, dass solch eine Herangehensweise im Dokumentarfilm für Katrin Rothe zur gängigen Praxis geworden ist.

(Thomas Schneider)

Tags: Dokville 2017