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Filme von Frauen und für Frauen

Dokville 2017: Im Gespräch - Claudia von Alemann/Adrienne Braun

Zu Gast bei Dokville 2017 in unserer Reihe »Im Gespräch« war Claudia von Alemann, die sich mit der Journalistin Adrienne Braun übers Filmemachen unterhielt. Claudia von Alemann blickt auf eine lange und bewegte Laufbahn zurück. In anderen Zeiten herrschten andere Voraussetzungen für Filmemacher und vor allem Filmemacherinnen. Sie hat - nicht nur, aber ganz intensive - ihre Filmarbeit auch als feministischen Strukturwandel begriffen.

» Video dieses Gesprächs am Ende des Artikels

Angefangen hat für die Regisseurin ihre Arbeit mit dem Medium Film an der Hochschule für Gestaltung Ulm am Institut für Filmgestaltung. Es war für sie eine sehr bewegte und prägende Zeit im Deutschland der späten 60iger-Jahre. Nicht nur die inspirierenden Dozenten, sondern vor allem die gegenseitige Wechselbeziehung unter den Studenten blieben ihr in lebhafter Erinnerung und beeinflussten ihre frühen Werke.

Ihr längerer Aufenthalt in Paris 1968 resultierte aus einem ursprünglich nur für drei Tage geplanten Trip mit Kommilitonen: »Wir wollten mal schauen was da so passiert, wie die Filmszene dort drüben aussieht.« Aus der französischen Hauptstadt folgte dann schnell eine ihrer ersten Arbeiten über die Kamera als politische Waffe. Noch heute schwelgt sie in Erinnerung über die unkomplizierten Produktionsverhältnisse der damalige Zeit: Der WDR überwies ihr aufgrund eines einzigen Telefonats das gesamte Budget ins Ausland und lies ihr den Freiraum, den sie in dieser aufregenden Zeit brauchte.

1973 organisierte sie zusammen mit ihrer langjährigen Freundin Helke Sander das erste deutsche Filmfestival »von Frauen für Frauen mit Filmen von Frauen«. Ein Novum, das es auf der Welt noch nicht gab, und das den Grundstein legte für eine feministische Wahrnehmung der Filmlandschaft, journalistischer Prozesse und die allgemeine Darstellung der Frau in der deutschen Medienlandschaft. Es folgten viele weitere Werke, die die Rolle Frau in der Gesellschaft untersuchten und durch ihre ambitionierte Macharbeit, viele weibliche Filmschaffende inspirieren sollten.

Vor allem die für das Kleine Fernsehspiel (ZDF) umgesetzte szenische Produktion »Frauenzimmer« ist laut von Alemann ein noch heute aktuelles Beispiel für den gesellschaftliche Umgang mit der Frauenrolle.

Im Gespräch mit der Stuttgarter Journalistin Adrienne Braun, wurde schnell deutlich, dass die Filmemacherin auch heute noch im Kontext der Emanzipation aktiv ist und findet, dass die Arbeit an der Gleichberechtigung, nicht nur speziell in der Filmbranche, noch nicht getan ist: »Man muss noch sehr viel tun!«

Ein anderer Schwerpunkt ihrer Werke stellt die Behandlung des Nationalsozialismus dar; auch auf einer persönlichen Ebene. In »War einst ein wilder Wassermann« aus dem Jahr 2000 konfrontierte sie sogar die eigene Mutter und Tochter mit der deutschen Vergangenheit. Der Film zeichnet ein selten nahes Abbild der deutschen Schuldfrage und lässt erahnen, wie schwierig die Dreharbeiten für die Familie gewesen sein müssen: »Meine Mutter war eine sehr intelligente Frau, benutzte jedoch Wörter in diesem Film, die gar nicht gehen«. Komplett selbstfinanziert ging sie damals das Projekt an, um sich die vollständige inhaltliche Freiheit wahren zu können.

Claudia von Alemann ist auch heute nicht müde geworden und porträtierte noch 2015 die Fotografin Absiag Tüllmann in »Die Frau mit der Kamera«. Eine für sie sehr ergreifende Arbeit, vor allem auch durch die Beteiligung vieler enger Freunde und Bekannte hinter der Kamera. Ein wahrhaft bewegtes und intensives Leben, dokumentiert nicht nur durch ihre Filme, sondern auch durch ihre Beteiligung im politischen Aktivismus sowie ihre Errungenschaften für die Rolle der Frau.

(Leonard Claus)

Tags: Dokville 2017