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»Muss das sein?«: Eine Frage, die »Der Krieg und ich« ganz bewusst stellen will

Mit einem sehr persönlichen Statement beginnt Produzent Gunnar Dedio die Dikussion zur Kinder-Doku-Serie »Der Krieg und ich«: Als Vater erlebe er es bei seinen eigenen Kindern, welche Macht die Filme wie »Star Wars« hätten, wo selbst der Tod »irgendwie immer cool sei«. Mit »Der Krieg und ich« haben Dedio (Looksfilm) und der SWR wohl eines der spannendsten Doku-Projekte der letzten Jahre realisert. Auch, oder gerade, weil dies im Kinder- und Jugendprogramm gezeigt wird. Und jetzt Diskussionsstoff bei Dokville 2018 geworden ist.

 

Was bedeutet es, ein Kriegskind zu sein? Mit dieser Frage setzt sich die achtteilige Drama-Serie »Der Krieg und ich« bewusst auseinander und stellt der traditionellen Geschichtsschreibung eine junge und internationale Perspektive entgegen. Grundlage für die Drama-Serie waren Tagebücher und Briefe von Kindern aus den Jahren 1933 bis 1945. Erfahrungen hatte das Produktionsteam bereits bei einem Vorläuferfilm gesammelt, der auch für Kinder gedacht war, erzählt Autor Matthias Zirzow. Den multinationalen Ansatz der Serie sieht Gunnar Dedio als besonders wichtig an: »Man sieht dadurch, dass derselbe Mist auf allen Seiten geschah.«

Die Diskussion dreht sich immer wieder um die Frage, was und wie viel man Kindern bei den Themen wie Krieg und Holocaust zumuten kann. Dazu gibt Dr. Maya Götz, Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für Jugend- und Bildungsfernsehen, einen sehr informativen Kurzvortrag innerhalb des Panels. Sie berichtet von Studien mit Kindern, die alle ein Ergebnis hatten: »Wir haben die Kinder am Ende gefragt, sollen das andere Kinder auch sehen?«. Die Antwort sei immer gewesen: »Ja, damit die Kinder sehen, wie gut es uns heute geht.«

Gezeigt wird in »Der Krieg und ich«, wie Kinder in Europa den Zweiten Weltkrieg erlebt haben. Erstmals wird in einem europäischen TV-Format aus der Sicht von Kindern für Kinder erzählt. Im Mittelpunkt der Serie stehen die Erlebnisse von acht jungen Protagonisten aus Deutschland, Polen, Frankreich, Großbritannien, Norwegen, der Sowjetunion und der Tschechischen Republik. Erzählt wird beispielsweise, wie ein zehnjähriger Junge aus Polen versucht, seine Familie aus dem Ghetto zu retten; wie ein Kindersoldat aus Deutschland versucht, seine Heimat zu verteidigen und wie ein zwölfjähriges Mädchen und ihre Familie aus Frankreich, jüdische Kinder verstecken – mit allen weitreichenden Folgen.

Bei Dokville nahmen am Gespräch teil: Ramona Bergmann, Producerin und Drehbuchautorin, und Gunnar Dedio, Produzent (beide Looksfilm & TV), sowie Stefanie von Ehrenstein (Abteilungsleiterin des Kinder- und Familienprogramms beim SWR) und Lene Neckel (Redakteurin beim SWR) die in enger Zusammenarbeit mit Looksfilm und dem Drehbuchautor Matthias Zirzow die Serie entwickelt hat.

Ausstrahlungstermin ist wohl erst in 2019 – nach derzeitiger Planung im Kinderkanal (KiKa).

Wir werden dieses Panel als Videomitschnitt aufbereiten und nach Dokville 2018 auf www.dokville.de publizieren.

(Thomas Schneider)

Tags: Dokville 2018

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