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Deltas of the World: Crossmediales Abtauchen in der wilden Natur

Ein Großprojekt in ganz neuen Dimensionen haben Apollofilm und Filmtank mit »Deltas of the World« angegangen und nahezu realisiert. Die Dokumentations-Serie besteht nicht nur aus fünf Filmen zu vier großen Naturgebieten - den artenreichen Flussdeltas -, sondern auch aus einer aufwändigen Virtual-Reality-Installation. Die Macher sprechen bei Dokville 2018 von »wunderbaren Synergien«, die sich zwischen klassischem Natur-Dokumentarfilm und neuen Techniken ergeben haben. Das provoziert die Frage: Und wie finanziert man das?

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»Grundsätzlich lohnen sich Serien immer«, sagt Michel Grotenhoff von dem auf mehrere Standorte gebauten Filmtank-Team, das bei »Deltas« als Koproduzent eingestiegen ist. Damit wiederholt er eine Erkenntnis, die schon zu Beginn des ersten Tages von Dokville 2018 Keynote-Redner Christoph Hübner benannt hatte: Serien sind leichter zu finanzieren und bieten mehr Sicherheit. Auch Sender wie Arte fördern den Seriengedanken ganz gezielt. Auch von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg gab es große Unterstützung, berichtet Anna-Luise Dietzel (ebenfalls Filmtank). Als filmischer Experte hatte Autor Eberhard Rühle, ein viel gereister Filmemacher, das Projekt angeschoben.

Das filmische VR-Erlebnis besteht aus zwei Elementen: zum einen wurde die Delta-Welt in einer virtuellen Computerebene nachgebaut; zugleich wurde mit einer 360-Grad-Kamera eine immersive Dokumentation der Natur aufgezeichnet. Die VR-Experience »Inside Tumucumaque« führt mitten in das einzigartige Ökosystem der Amazonas-Regenwälder und lässt sie den User aus der Welt der Tiere wahrnehmen. Vor allem diese komplett am Computer nach Vorgaben aus der Natur gebaute VR-Experience ist für die Nutzerinnen und Nutzer ein enormes Erlebnis. Sie werden mit immersiver Techniken quasi in die Deltas-Natur hineingezogen. Das nachgebaute Gelände ist 400 Hektar groß und enthält 7500 Pflanzen, die alle ganz exakt an der Natur entlang nachgebaut wurden. Experten vom Naturkundemuseum Berlin haben intensiv an dem Projekt mitgewirkt. Dabei sollte bei aller wissenschaftlichen Genauigkeit eines erfüllt werden: »Es muss Spaß machen«, sagt Michael Grotenhoff.

Eine Schlussbemerkung von Eberhard Rühle verweist dann auch in die Zukunft: Noch nicht gelöst sei bei VR-Erlebnissen das »Storytelling«. Wie man in solchen Umgebungen eine Geschichte erzählt, muss noch gelöst werden.

(Thomas Schneider)

 

Tags: Dokville 2018

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