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Dokville - Branchentreff Dokumentarfilm

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The Poetess

Nominiert für den Deutschen Dokumentarfilmpreis 2018: Hissa Hilal, eine 43-jährige Hausfrau aus Saudi-Arabien, erprobt ihre Grenzen im täglichen Ringen um Veränderung. Verhüllt in eine Burka, erlangt sie in Abu Dhabi am renommierten Wettbewerb »Million’s Poet« international Berühmtheit – mit ihren Gedichten, die den Terrorismus und die Ideologien der fanatischen Islamisten kritisieren.

Szene aus »The Poetess« © Brockhaus/Wolff Films

Szene aus »The Poetess« © Brockhaus/Wolff Films

Der Dokumentarfilm zeigt die Dichterin Hissa Hilal aus Saudi-Arabien, die im Jahr 2010 als erste Frau den Wettbewerb »Million's Poet« von Abu Dhabi TV gewann. Obwohl sie den Regeln ihrer Religion folgte, komplett verschleiert auftrat und sich die Erlaubnis ihres Mannes für die Teilnahme an dem Wettstreit eingeholt hatte, trug sie vor 75.000 Zuschauern ein Gedicht vor, das sich deutlich gegen religiöse Extremisten und deren schlechte Behandlung von Frauen aussprach.

Man mag sich diesen Wettbewerb ähnlich wie »Deutschland sucht den Superstar« vorstellen, nur dass hier Gedichte anstatt von Songs vorgetragen werden. Die Bedeutung dieses Wettbewerbs wird umso deutlicher, wenn man sieht, dass 70 Millionen Menschen aus der arabischen Welt diesen verfolgen. In der Folge ihres Auftritts erlangte die 43-jährige Hausfrau mit ihren poetischen Schöpfungen zum Thema Islam-Fanatismus und Terrorismus weltweite Bekanntheit, wurde von den Medien immer wieder aufgegriffen, erhielt jedoch auch zahlreiche Todesdrohungen.

Ihre aktuelle Kinotour durch Deutschland kann sie aus Sicherheitsgründen nicht selbst bestreiten.

The Poetess
Dokumentarfilm, Deutschland 2017, 88 Minuten
Buch und Regie: Andreas Wolff, Stefanie Brockhaus
Produktion: Brockhaus/Wolff Films
Koproduktion: ZDF »Das Kleine Fernsehspiel« in Zusammenarbeit mit Arte
Kamera: Stefanie Brockhaus, Tobias Tempel
Schnitt: Anja Pohl, Hansjörg Weißbrich
Filmförderung: FFF Bayern, SANAD Abu Dhabi Film Fund

(SWR)