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Meilensteine (8): Woodstock

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Meilensteine des DokumentarfilmsViele Jahre durften dieser Film und die Musik auf keiner Party fehlen, heute ist er das einzigartige Dokument der Hippie-Ära: Michael Wadleighs Dokumentarfilm »Woodstock – 3 Days of Peace and Music« hat noch immer Wucht und ist ein Beleg dafür, das Musik manches ändern kann, aber manchmal auch einfach nur Spaß macht. 1971 mit dem Doku-Oscar ausgezeichnet. Der Film verhalf nicht nur dem ausufernden Hippie-Festival vom 15. bis 17. August 1969 zur Legende, sondern wurde zum lebenslangen Begleiter von Kameramann und Filmemacher Michael Wadleight. 1971 erhielt er für das dreieinhalb Stunden lange Werk den Dokus-Oscar und ging damit in die Filmgeschichte ein. Einmal im Leben: sehen.

Foto: Szene aus »Woodstock« @ Arte

Foto: Szene aus »Woodstock« @ Arte

Alle paar Jahre wieder wird ein Mythos beschworen, der so gar nicht mehr in die heutige Zeit passen will. Woodstock: Love, Peace, Drugs und überfüllte Toiletten auf einer Kuhweide. Die Veranstalter hatten mit rund 50.000 Besucher gerechnet, doch etwa eine halbe Million Menschen strömten am Freitag, den 15. August 1969, auf das Gelände im US-Bundesstaat New York. Dieser Ansturm übertraf die kühnsten Erwartungen. In einem Meer aus Schlamm und Dreck sangen, tanzten und feierten mehr als 400.000 Menschen drei Tage lang für den Frieden.

Foto: Szene aus »Woodstock« @ ArteDas Gelände war eine Schlammwüste und das Publikum versank darin, Sanitäranlagen gab es kaum, auch die Verpflegung war zu knapp, und nach dem Festival glich die Landschaft einem Katastrophengebiet und es gab drei Tote. Trotzdem ist Woodstock ein Mythos – die Urmutter aller Festivals.

Der ein Jahr später, mit einem Oscar gekrönten, Kinofilm »Woodstock – 3 Days of Peace and Music« von Michael Wadleigh verhalf dem Konzert vollends zur Legendenbildung. Der Film war über viele Jahre hinweg der meist gesehene Dokumentarfilm, das begleitende LP-Album gehörte lang (und eigentlich bis heute) zu jeder guten Musiksammlung.

Filmemacher Wadleigh fand in dem Film, bei dem angeblich Martin Scorsese zunächst Regie führen sollte, sein künstlerisches Zentrum. In bis heute fünf weiteren Filmen hat er Woodstock-Material verarbeitet - darunter der 1999 erschienene Film »Jimi Hendrix at Woodstock«. Wadleigh war eigentlich Kameramann hat viele der gezeigten Szenen selbst fotografiert. 1971 gewann der Film den Doku-Oscar und zählt bis heute als das Zeugnis der amerikanischen Hippie-Bewegung schlechthin. Wadleigh selbst hat seinen Film als eine Art linken Gegenentwurf zu Leni Riefenstahls »Triumph des Willens« bezeichnet. Doch auch ganz ohne Überhöhung ist der Film, an dem insgesamt 20 Kameramänner arbeiteten, ein mitreissender Konzertfilm aus einer Ära, in der der Rock noch wild war, als Drogen noch Glück verhießen und der Weltfrieden durch Musik denkbar schien.

Musik-Dokumentarfilm, USA 1970, 215 Minuten, Regie: Michael Wadleigh, Auszeichnung: Oscar als Bester Dokumentarfilm 1971, zwei weitere Nominierungen.

(Thomas Schneider)

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Foto: Szene aus »Woodstock« @ Arte

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27. April 2017

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