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Eine Hommage: »Beuys« im Wettbewerb der Berlinale

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Doku-NewsAndres Veiels neuer Film »Beuys«, der auf der Berlinale 2017 Premiere hatte, gelingt es, seine Zuschauer 100 Minuten lang mit auf eine Reise in eine andere Zeit und Gedankenwelt zu nehmen. Dabei gelangt man am Ende der Reise zu der Erkenntnis, dass Joseph Beuys Auseinandersetzung mit einem elitären Kunst- und Gesellschaftsverständnis nichts an Aktualität verloren hat. Erfrischend ist seine Freude an der Provokation, die mal kompromisslos, mal mit einem humorvollen Augenzwinkern, immer authentisch, geäußert wird. Hier ist ein Künstler, der sich intensiv mit der Gesellschaft auseinandersetzt und ihr die Auseinandersetzung mit ihm nicht erspart.

Foto: Regisseur Andres Veiel bei der Premiere von »Beuys« auf der Berlinale 2017 © HDF / Klünder

Foto: Regisseur Andres Veiel bei der Premiere von »Beuys« auf der Berlinale 2017 © HDF / Klünder

Der Dokumentarfilm besteht zu 95 Prozent aus Archivmaterial, 600 Stunden Ton und Bewegtbildmaterial sind zusammengekommen, dazu eine große Anzahl Fotos. Achtzehn Monate Schnitt statt der geplanten neun hat Veiel gebraucht und bedankte sich mehrmals bei seinem Produzenten Thomas Kufus (zero one), der ihn auf seinem langen Weg mit Beuys unterstützt hat.

Der Film feierte am 14. Februar seine Weltpremiere auf der Berlinale und konkurriert im Wettbewerb um den Goldenen Bären mit 17 Spielfilmproduktionen. Dass »Beuys« im internationalen Wettbewerb bestehen kann, liegt auch an der finanziellen Ausstattung des Films, bei der, so Thomas Kufus in seiner Premierenrede, »die Förderanstalten etwas tiefer in die Töpfe gegriffen haben.« Denn, so wurde mehrfach auf der Berlinale geäußert, das Budget ist auch entscheidend, um international erfolgreich zu sein.

Veiels Dokumentarfilm ist eine Hommage an einen der einflussreichsten Künstler des zwanzigsten Jahrhunderts. Andres Veiel ist ein vielseitiges Porträt gelungen, in dessen Entstehungsprozess eine intensive Auseinandersetzung mit Joseph Beuys stattgefunden hat. Das merkt man dem Film an und das macht ihn so besonders.

(Astrid Beyer)

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23. Februar 2017

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