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Neu im Kino: Power to Change – Die Energierebellion

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Dokumentarfilme im KinoEin fulminanter Film im faszinierenden Cinemascope-Format und bombastischer Musik: »Power to Change« ist kein kleiner Dokumentarfilm, sondern ein großer über ein wichtiges Thema. Er überzeugt ebenso auf der ästhetischen und dramaturgischen Ebene. Ein Muss für jeden, der sich auch nur ansatzweise mit der Energiewende in all seiner Komplexität beschäftigt.

Foto: Szene aus »Power to Change« © change verleih

Foto: Szene aus »Power to Change« © change verleih

Kinostart: 17. März 2016

Trailer am Ende des Artikels

Nach seinem im deutschen Kino äußerst erfolgreichen Film »Die 4. Revolution« zeigt Carl-A. Fechner nun den Alltag der Energiewende, die die Zukunft der deutschen Gesellschaft sichern wird. Dies steht für Fechner fest und deshalb wählt er filmische Mittel, um die Zuschauer für diese Idee zu begeistern. Der spannende Dokumentarfilm zeigt die Pioniere und Visionäre, die sich auch durch Rückschläge nicht von ihrem Ziel abbringen lassen. Der Film macht deutlich, dass der fundamentale Wandel von unten kommen muss. Jeder kann dazu beisteuern. Es ist beeindruckend, wie vielfältig die Ideen sind, das Land mit nachhaltiger Energie zu versorgen oder effektiv Strom zu sparen. Die Caritas setzt in verschiedenen Städten Energieberater ein. Architekten bauen ganze Siedlungen mit Passivhäusern und sparen in Neubauten viel Energie. Beton frisst viel Energie und fordert zu neuen Bauformen regelrecht heraus. Es wird an neuen Speichertechnologien gearbeitet und an Pellets aus Stroh. Es ist ein überzeugendes Plädoyer für eine rasche Umsetzung der Energie-Revolution.

»Power to Change« wurde von einem neunköpfigen Team an 63 Tagen gedreht. Dieser Aufwand ist dem Film und den spektakulären Bildern von Kameramann Philipp Baben der Erde anzusehen. Wie schon bei »Die 4. Revolution« wurde der Film über Crowdfunding und Crowdinvestment finanziert, an dem sich viele Privatpersonen, Firmen und Initiativen beteiligten.

Fechner erzählt die mitreißenden Geschichten von Kämpfern, Tüftlern und Visionären, für die die das Ziel der erneubaren Energie schon zum Alltag gehört. Lokale Stadtwerke kämpfen um ihre eigenen Netze und eine regionale Versorgung der Verbraucher. Zugleich stellt er die Auseinandersetzungen um die Energiewende gegen die Lobbyarbeit der großen Konzerne dar. Gekämpft muss gegen Mythen, dass die Energiewende zu teuer sei, Speichertechnologien fehlten und Stromausfälle drohten. Die Atomindustrie stellt Profit vor Sicherheit und versucht so, ihren Einfluss zu behalten. Der Film zeigt die politischen Dimensionen der Energie. Der Konflikt um und in der Ukraine ist auch ein Kampf um Energie. Es geht darum, sich aus der Abhängigkeit von Russland zu befreien. Das aktuelle Kriegsgebiet ist nicht von ungefähr dort, wo die Ukraine eigene Ressourcen hat. Die IS-Terroristen finanzieren ihren Kampf auch aus den Einnahmen aus Ölquellen.

Fechner greift die persönlichen Geschichten von Menschen auf, die die Erhaltung ihrer natürlichen Lebensgrundlage selbst in die Hand nehmen. Der Wandel erfolgt dezentral und regional und verändert Deutschland fundamental. Denn es geht ebenso um neue Gesellschaftskonzepte, in denen der persönliche Konsum und das persönliche Eigentum nicht mehr so im Vordergrund stehen werden wie im Moment. »Power to Change« ist ein starkes und überzeugendes Plädoyer für die Energiewende.

(Kay Hoffmann)

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Foto: Szene aus »Power to Change« © change verleih

Foto: Szene aus »Power to Change« © change verleih

Trailer zu »Power to Change«

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