A A A
www.dokumentarfilm.info

"In Zeiten von fake news braucht es Recherche"

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Doku-News Eine gutgelaunte Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters berzog dieser Tage auf Einladung der AG Dokumentarfilm Stellung zur Förderung und Bedeutung des dokumentarischen Genres. Grütters verwies während der auf der Berlinale stattgefundenen Veranstaltung auf die deutliche Erhöhung des Deutschen Filmförderfonds (DFFF) um 25 Millionen Euro auf insgesamt 75 Millionen. Das hatte sie am Vortag beim Deutschen Produzententag der Produzentenallianz verkündet. In Zeiten von gefälschten Nachrichten bedürfe es besonders der dokumentarischen Recherche.

»Ich will einen zusätzlichen Anreiz für internationale Aufträge an deutsche Produktionsdienstleister schaffen und die deutschen Produktionsstandorte wie zum Beispiel die Filmstudios in Potsdam-Babelsberg, München oder auch Köln wettbewerbsfähig halten. Dazu werde ich den DFFF in Abstimmung mit Bundesfinanzminister Schäuble noch im laufenden Jahr um ein Element erweitern, das sich vor allem an nationale und internationale Großproduktionen wendet. Es soll einen zusätzlichen Anreiz für internationale Aufträge an deutsche Produktionsdienstleister setzen und dafür sorgen, dass große deutsche Produktionen nicht ins Ausland abwandern.«

In dem neuen Filmfördergesetz, gültig seit dem 1. Januar 2017, sieht Grütters mehr Experimentiermöglichkeiten für den Dokumentarfilm - besonders in der Auswertung. Des Weiteren sind 15 Millionen für den Dokumentarfilm gedacht, die Einzelförderung soll von 250.000 auf 500.000 Euro erhöht und eine Finanzierung für Stoffentwicklung eingeführt werden.

Staatssekretärin Grütters betonte mehrmals, eine große Freundin des Dokumentarfilms zu sein und sieht in dem Genre eine ernsthafte Konkurrenz zum Spielfilm. Die sei auch daran zu messen, das Dokumentarfilme im gemeinsamen Wettbewerb mit Spielfilmen Preise erhielten, wie »Fuocoammare« von Gioanfranco Rosi, der bei der Berlinale 2016 mit dem Golden Bären geehrt wurde. »In Zeiten von ‚fake news’ braucht es gerade heute die aufwendige Recherche. Der Dokumentarfilm ist nicht nur ein Welterklärer, sondern er klärt die Welt auch auf. Er fordert auf, genau hinzusehen, anstatt nur vorbei zu schauen. Besonders in einer Welt, die alternative Fakten anbietet, ist es wichtig, diese Kunstform zu unterstützen“, sagte die Kulturstaatsministerin.

(Astrid Beyer)

wieder nach oben

FVAVANTGRD0708 1.5 RGSTRD
© 2017 www.dokumentarfilm.info | Haus des Dokumentarfilms, Teckstr. 62, 70190 Stuttgart | redaktion@dokumentarfilm.info

Logo Haus des Dokumentarfilms



27. April 2017

Doksite.de - das neue Webportal für den Dokumentarfilm