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Tanz um dein Leben: Maldooms Geschichte

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Szene aus Ryhtm ist itEs war ein kleines Wunder in 100 Minuten: der Dokumentarfilm "Rythm is it" bewies 2004, dass 250 Kinder, die zuvor noch nie als Tänzerinnen und Tänzer auf der Bühne standen und die selbst am wenigsten an ihr Talent glaubten, zu einer ungeahnten Leistung fähig waren. Mastermind des Projektes war der Choreograph Roayston Maldoom. Dessen Lebensgeschichte schildert nun eine beeindruckende Biographie.

Royston Maldoom (Foto: Silke Goes) Der Film von Thomas Grube und Enrique Sánchez Lansch zählt heute zu den erfolgreichsten Dokumentarfilmen in deutschen Kinos - er begeisterte 800.000 Zuschauer allein in Deutschland und auch die DVD-Auswertung ist sechs Jahre später noch für den Berliner Rechteinhaber Boomtownmedia eine große Nummer. Dazu Uwe Dierks, Produzent des Filmes: "Noch heute lizenzieren wir den Film für Festivals und er wurde weltweit eingesetzt."

Im Zentrum dieses soziokulturellen Tanzprojekts standen der Dirigent Simon Rattle und der Tänzer und Choreograph Royston Maldoom. Dem strengen, aber charismatischen Tanzpädagogen war es in kurzer Zeit gelungen, mit Einfühlsamkeit und Beharrlichkeit den Kindern so viel Selbstvertrauen zu vermitteln, dass sie eine Aufführung von Strawinskys "Le Sacre du Printemps" an der Berliner Philharmonie tanzen konnten. Unvergessen ist sicher die strenge, aber auch einfühlsame Art und Weise, wie Choreograph Royston Maldoom (rechts, Foto: Silke Goes) das Tanzprojekt zum Erfolg führte. Er selbst wurde in dem Film nur in einigen Passagen über sein Leben befragt - dabei hätte man gerne mehr von ihm erfahren.

Genau das holt nun die bei S.Fischer erschienene Autobiographie "Tanz um dein Leben" nach. Maldoom schildert hier mit Unterstützung von Kollegin Jacalyn Carley sein Leben. "Meine Arbeit, meine Geschichte" heißt der Untertitel des Buches und in der Tat stand wohl im Leben des 1943 in London geborenen und heute in Berlin lebenden Tanzmenschen die Arbeit an sich selbst immer im Mittelpunkt. Arbeit, die nur dann Sinn macht, wenn man die Disziplin und die Konzentration aufbringt, sich nicht mit dem Erreichten zufrieden zu geben. Maldoom schildert nicht nur seine Arbeit in Berlin, die durch "Rythm is it" dokumentiert und weltberühmt wurde, sondern auch ähnliche Projekte beispielsweise mit Straßenkindern in Äthiopien. Und er zeigt dem Leser, was ihn selbst bildete in seiner langen Karriere als Tänzer und Choreograph auf seinen Stationen von London durch die Welt bis hin zu den Projekten, die nun seine Arbeit bestimmen: Community Dance hat man inzwischen die Art der Tanzpädagogik getauft, die Maldoom und Carley in Berlin etabliert haben.

Es ist ein lebendig geschriebenes Buch, über dem stets Maldooms Credo schwebt: Ohne Disziplin kann im Leben nichts aus Dir werden. Das ist nicht jedermanns Sache, doch jedermann kann daraus etwas schöpfen. Und darin unterscheiden sich das Buch "Tanz um dein Leben" wie auch der Film "Rythm is it" von den vielen fiktiven Tanzfilmen wie "Fame", "A Chorus Line" oder "Dirty Dancing": der Erfolg bleibt, er wird nicht am Ende mit den leeren Popcornschachteln in den Abfall geworfen. Dafür ist es allemal wert, zu sich selbst strenger zu sein.

Cover Tanz um dein Leben

Tanz um dein Leben
Royston Maldoom (zusammen mit Jacalyn Carley)
erschienen bei S.Fischer
320 Seiten, geb. mit Abbildungen
22,95 Euro

Mehr Informationen zu dem Buch:
www.fischerverlage.de

Infos zum Film:
www.boomtownmedia.de

( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. | 09.04.2010)

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28. April 2017

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