fbpx

Dokumentarfilm.info aus dem Haus des Dokumentarfilms
DOKUMENTARFILM.INFO - TÄGLICH DAS BESTE VOM DOKUMENTARFILM
facebook logo   twitter logo    instagram logo

DOK Leipzig 2020: beste internationale Filme ausgezeichnet

In einer Linie mit dem DOK Leipzig 2020 hat die Verleihung der Goldenen und Silbernen Tauben am 1. November hybrid stattgefunden. Mit den Hauptpreisen im Internationalen Wettbewerb (Langformat) ausgezeichnet wurden „Downstream to Kinshasa“ und „The Poets Visit Juana Bignozzi“.

Die gefühlte Handvoll Gäste vor Ort, zu der neben der Moderatorin Julia Weigl und Festival-Chef Christoph Terhechte auch einige wenige Filmschaffende sowie die Jury des Publikumswettbewerbs „Der Goldene Schnitt“ gehören, wird durch Live-Schalten via Zoom international verstärkt.

Doku-Welt zu Gast in Leipzig – virtuell und doch ganz nah

Bild: Festivallleiter Christoph Terhechte hält Goldene Taube beim DOK LeipzigDas digitale Auge wirft unter anderem einen Blick nach Brasilien, wo Jury-Mitglied Fernanda Pessoa nur wenige Meter abseits einer Demo gegen Jair Bolsonaro an einer Straßenecke in São Paulo streamt. Zugeschaltet wird Argentinien im beginnenden Frühling und fortwährenden Lockdown. Man erfährt: Sieben Monate dauern die Corona-Einschränkungen nun dort schon. Die Auszeichnung mit der Silbernen Taube für „The Poets Visit Juana Bignozzi“ liefert Laura Citarella und Mercedes Halfon eine dankbare Abwechslung gegen den „Lagerkoller“, wie sie lachend erklären. Man hört auch Stimmen aus Asien. Mitten in der Nacht ist es dort, erfahren die Zuschauer – aber jede und jeder der Zugeschalteten ist sich sicher: Das Wachbleiben hat sich gelohnt!

DOK Leipzig 2020: Preisverleihung online schauen

Kurzum: Es ist eine besondere Preisverleihung beim DOK Leipzig in einem besonderen Jahr, die trotz und wegen allen Herausforderungen eine neue Art von Verbundenheit spüren lässt. Im digitalen Raum ist man weit voneinander entfernt und sich im besten Fall doch gleichzeitig sehr nah.

DOK Leipzig: die Preisträger im Internationalen Wettbewerb

Jury

Alfredo Jaar (USA) | Volker Koepp (Deutschland) | Koyo Kouoh (Kamerun) | Fernanda Pessoa (Brasilien) | B. Ruby Rich (USA)

Gewinner Internationaler Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm Goldene Taube (in Verbindung mit 10.000 € Preisgeld, gestiftet vom Mitteldeutschen Rundfunk) und Preis der Interreligiösen Jury

Dieudo Hamadi: „Downstream to Kinshasa“

Im Zentrum der Koproduktion „Downstream to Kinshasa“ aus der Demokratischen Republik Kongo, Frankreich und Belgien, stehen die Kriegsversehrten aus Kisangani. Vor zwanzig Jahren kämpften dort ugandische und ruandische Truppen im sogenannten Sechstagekrieg gegeneinander. Nach nahezu zwei Jahrzehnten vergeblichen Wartens machen sich einige der zivilen Opfer auf den langen Weg nach Kinshasa, um ihre Entschädigung einzufordern. Ein Film, der laut Jury, neben der Hingabe des Dieudo Hamadis vor allem eine große Intimität und viel Würde in der Darstellung eines „vom Rest der Welt unbemerkten Kampfes“ spüren lässt.

Filmstill Downstream to Kinshasa 

Silberne Taube für den besten langen Dokumentar- oder Animationsfilm einer Nachwuchsregisseurin oder eines Nachwuchsregisseurs (in Verbindung mit 6.000 € Preisgeld, gestiftet von 3sat)

Laura Citarella, Mercedes Halfon: „The Poets Visit Juana Bignozzi“

Der Dokumentarfilm „The Poets Visit Juana Bignozzi“ erzählt „mit einer Frische und Energie, die an die französische Nouvelle Vague erinnern“ (Jurybegründung) von einer jungen Dichterin, die das künstlerische Erbe der Poetin Bignozzi weitertragen möchte. Regie führten die Schriftstellerin und Journalistin Mercedes Halfon und die international als Produzentin von „La Flor“ bekannte Laura Citarella.

Filmstill The Poets Visit Juana Bignozzi

Internationaler Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm

Jury

Randa Maroufi (Marokko/ Frankreich) | Kelvin Kyung Kun Park (Südkorea) | Annegret Richter (Deutschland)

Gewinner

Ausgezeichnet wurde die französisch-nigerianische Koproduktion „Trouble Sleep“ von Alain Kassanda als bester Dokumentarfilm. Es handele sich um ein rhythmisches Portrait des Lebens in Ibadan, so die Jury.

Filmstill Trouble Sleep

Als bester Animationsfilm wurde der polnische Film „I’m Here“ von Julia Orlik über eine im Sterben liegende Frau gewürdigt, die im Kreis ihrer Familie dem Ende ihres Leben entgegengeht.

Filmstill I’m Here

Alle Preisträgerfilme sowie das weitere Online-Filmangebot sind auch nach der Festivalwoche von DOK Leipzig weiterhin im Netz verfügbar. Die letzten Filme laufen online am 14.11.2020 auf der Plattform culturebase.org

(Elisa Reznicek)

Tags: doknews

Drucken E-Mail