fbpx

Dokumentarfilm.info aus dem Haus des Dokumentarfilms
DOKUMENTARFILM.INFO - TÄGLICH DAS BESTE VOM DOKUMENTARFILM
facebook logo   twitter logo    instagram logo

Kein Happy End für das Stuttgarter Kino Metropol

Der Streit um die Zukunft des ehemaligen Kino Metropol in Stuttgart nimmt weiter Fahrt auf. Die geplante Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes als Boulderhalle wird dabei ebenso hitzig diskutiert wie die Rolle der Union Investment sowie der Stadt. (Update vom 9.2.2021)

Es ist und bleibt vertrackt. Das traditionsreiche Premieren- und Festivalkino Metropol, in dem auch der vom Haus des Dokumentarfilms ausgerichtete Branchentreff DOKVILLE seit 2017 stattgefunden hat, ist seit Ende 2020 passé. Doch was wird aus dem historischen Gebäude – einem bedeutenden Stück Kulturgeschichte Stuttgarts? Soll aus dem Lichtspieltheater am Ende gar eine Boulderhalle werden, sofern Denkmal- und Brandschutz grünes Licht geben? Nicht nur Cineasten stößt diese Idee sauer auf.

Verhärtete Fronten und keine Lösung in Sicht

„Ich fühle mich verarscht. Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt Kulturamtsleiter Marc Gegenfurtner in einem SWR2 Beitrag der Autorin Cordelia Marsch. Auch Goggo Gensch (ehemaliger Leiter des SWR Doku Festivals und Kurator unserer DOK Premiere) und Ulrich Wegenast (künstlerischer Leiter des Internationalen Trickfilmfestivals) sind in dem SWR-Bericht nicht um klare Worte verlegen. Sie verweisen auf die Historie des Hauses und das Engagement für den Erhalt des Metropol-Kinos. Letzteres manifestierte sich unter anderem in einem offenen Brief an die Stadt, den hunderte Kultur- und Filmschaffende sowie engagierte Bürger:innen Anfang November 2020 mitgezeichnet hatten.

Die Union Investment als Eigentümerin hält auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung dagegen. „Die Stadt bekräftigte zwar ihren Wunsch nach einer zukünftigen Kinonutzung, wollte aber keine konkreten Zusagen machen“, betont Pressesprecherin Astrid Lipsky laut des StZ-Artikels „Klettern oder Kino? Streit um das Metropol wird immer hitziger“ vom 21. Januar 2021. „Auf das Angebot von Union Investment, die Fläche selbst anzumieten und an einen Kinobetreiber unterzuvermieten, ist die Stadt nicht eingegangen. Auch eine langfristige finanzielle Unterstützung eines Kinobetreibers wurde seitens der Stadt abgelehnt.“

Kurzum: Die Fronten sind verhärtet. Eine schnelle und vor allem zufriedenstellende Lösung für alle Beteiligten ist nicht in Sicht.

SWR2 Beitrag „Boulderhalle statt Festivalkino“ mit Material der Landesfilmsammlung BW

Den aktuellen Stand der Debatte um das Stuttgarter Kino Metropol gibt der SWR2 Beitrag „Boulderhalle statt Festivalkino – Stuttgart verliert wichtige Kulturstätte“ wieder. Der Bericht enthält unter anderem historische Filmbilder aus der Landesfilmsammlung Baden-Württemberg, die die Bedeutung des Metropol für Stuttgart unterstreichen.

Kundgebungen und Online-Petition

Nach einer gut besuchten Kundgebung vor dem Stuttgarter Rathaus am 1. Februar 2021 mit Reden u. a. von Sigrid Klausmann (Filmemacherin), Oliver Mahn (Filmschau Baden-Württemberg) und Goggo Gensch (ehemaliger Leiter des SWR Doku Festivals) steht am 11. Februar 2021 um 17.30 Uhr erneut eine Protestaktion an. Dieses Mal ist der Treffpunkt direkt vor dem Metropol. Unter den Beteiligten sind Iris Dressler (Kunstverein Stuttgart), Peter Rommel (Filmproduzent) und Sebastian Selig (Cineast und Initiator der Facebook Seite „Rettet das Metropol“) angekündigt. Auch diese Kundgebung soll entsprechend der geltenden Auflagen mit Maske und Abstand über die Bühne gehen.

Zudem wurde von Goggo Gensch eine Online-Petition eingerichtet, die sich an den Stuttgarter OB Frank Nopper wendet und ebenfalls den Erhalt des Metropol-Gebäudes als Ort der Kultur fordert. 

(Elisa Reznicek)


 Dieser Artikel wurden am 9.2.2021 durch den Absatz „Kundgebungen und Online-Petition“ aktualisiert und erweitert. 

Tags: doknews

Drucken E-Mail