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NaturVision Filmfestival ehrt Preisträger:innen

Das Ludwigsburger NaturVision Filmfestival fand 2021 erneut online statt. Der „PreisRegen“ umfasste 16 Preise, die mit insgesamt 53.000 € dotiert sind. Die Verleihung wurde im Nationalpark Bayerischen Wald vorab aufgezeichnet, wo das Festival vor 20 Jahren gestartet war.

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Making-of-Bild vom Dreh zum NaturVision Filmfestival mit Festivalleiter und -gründer Ralph Thoms

Zurück in den Bayerischen Wald

„Zum 20. Festival sind wir eingetaucht in die Vergangenheit von NaturVision und an die Orte unserer ersten zehn Festivals zurückgekehrt, um dort die Clips für die Preisverleihung zu drehen. Es sind tolle, emotionale Aufnahmen entstanden, die unsere Preisträger auf eine ganz besondere Weise würdigen“, erläuterte Festivalgründer Ralph Thoms. Den Ehrenpreis erhielt der langjährige Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald Hans Biebelriether. Sehr authentisch sind die Dankesvideos der Preisträger:innen, die ebenso wie die Filmgespräche weiterhin auf der Homepage des Festivals zu sehen sind.

Faszination und Vergänglichkeit der Natur

Aus seinem Garten in England bedankte sich Regisseur John Jackson, der zusammen mit Jérôme Julienne für seinen Film „Ocean Super Predators“ den Deutschen Wildlife Filmpreis erhielt. Die Jury überzeugten die Aufnahmen spektakulärer Jagdszenen zwischen Buckelwalen, Orcas und Delfinen, die von der Intelligenz und dem Sozialverhalten dieser Tiere erzählen. 

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„Ocean Super Predators“
(Deutscher Wildlife Filmpreis)
„Festmahl der Tiere“
(Deutscher Filmpreis Biodiversität)

Einen ungewöhnlichen und intensiven Blick in eine verborgene Welt wagt der Film „Festmahl der Tiere“. Er zeigt in detailreichen und überaus ästhetischen Bildern, wie aus Kadavern neues Leben entsteht und wie wichtig sie für die Artenvielfalt sind. Daniela Pulverer und Boris Raimeigen wurden für diese mutige Dokumentation mit dem Deutschen Filmpreis Biodiversität belohnt.

Tiere sind vom Klimawandel betroffen

In der Kategorie Deutscher Umwelt- und Nachhaltigkeitsfilmpreis war „Rentiere auf dünnem Eis“ der Sieger. Henry Mix und Boas Schwarz zeigen mit einer beeindruckenden Kamera das sibirische Wildlife und erzählen gleichzeitig am Beispiel des indigenen Volkes der Nenzen die ganze Tragödie des Klimawandels. 

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„Rentiere auf dünnem Eis“
(Deutscher Umwelt- und Nachhaltigkeitsfilmpreis)
„Olimba – Königin der Leoparden“
(NaturVision Kamerapreis)

Tief beeindruckt von einer „spektakulären Kameraführung, ohne Effekthascherei“ zeigt sich die Jury bei „Olimba – Königin der Leoparden“; Kamerafrau Liane Steenkamp erhielt dafür den NaturVision Kamerapreis.

Die Ursprünge der Pandemie

Einen Sonderpreis der Jury gewann die Terra-Mater-Produktion „Corona – Das Virus und das Pangolin“ von Ruth Berry und Susanne Lummer. Sie begeben sich auf eine spannende Spurensuche und fragen, welchen Zusammenhang es zwischen dem Ausbruch der Pandemie und dem Handel mit wilden Tieren gibt. 

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„Corona – Das Virus und das Pangolin“
(Sonderpreis der Jury)
„Expedition Arktis – Ein Jahr. Ein Schiff. Im Eis“
(Sonderpreis der Jury)

Der Preis wurde ebenfalls vergeben an „Expedition Arktis – Ein Jahr. Ein Schiff. Im Eis“ von Philipp Grieß. Er porträtiert die Expedition des Forschungsschiffes „Polarstern“, mit der Auswirklungen des Klimawandels in der Arktis untersucht wurden.

Kinder und Jugendliche werden sensibilisiert

Sarah Dorner und Jonathan Ziegler gewannen den NaturVision Newcomer Preis. In „Tausche T-Shirt gegen Hoffnung“ verfolgen die beiden auf sehr persönliche Weise der Geschichte ihrer Kleider zurück bis nach Indien. Die NaturVision Kinderjury wählte einen Film aus, der ein brisantes Problem auf Augenhöhe für Kinder aufgreift: „Wenn nicht ihr, dann wir? Nina kämpft! Gegen Plastikmüll“ von Irja von Bernstorff. 


Die Wahl der Jugendjury fiel auf „Der Wilde Wald“ von Lisa Eder. Eine Entscheidung, über die die Regisseurin sehr glücklich ist: „Ich habe mir sehr gewünscht, dass der Film auch Jugendliche erreicht, weil sie es sind, die sich einsetzen können für die Wälder der Zukunft und ihnen eine Stimme geben können.“ Die Juryentscheidung bestärkt die Regisseurin in der Idee, mit ihrem Film an Schulen zu gehen. Im Video ist sie im Interview mit Elisa Reznicek vom Haus des Dokumentarfilms zu sehen. 

Um die Zukunft kämpfen

„Dear Future Children“ von Franz Böhm gewann den erstmals vergebenen Umdenken Preis. Er porträtiert dabei drei Aktivistinnen in Asien, Afrika und Südamerika und gibt ihnen eine Stimme. Hannes Bieber und Leonard Küßner wurden außerdem für ihre Musik des Film ausgezeichnet. 

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 „Dear Future Children“
(UMDENKEN Hauptpreis)
„Wem gehört mein Dorf“
(UMDENKEN Sonderpreis)

„Wem gehört mein Dorf“ von Christoph Eder erhielt den NaturVision UMDENKEN Sonderpreis. In dem Film geht es darum, wie Einheimische im Ostseebad Göhren auf Rügen sich gegen Investoren mobilisieren, die den Ort ziemlich verändern.

Natur und Tierwelt im Blick

Der NaturVision Kurzfilmpreis ging an „Those in Grass Houses“ von Christian Lawes, der das Publikum in den Süden Afrikas zu einem Vogel entführt, der sich besondere Nester baut. Zum Abschluss des Festivals wurde im Central Filmtheater der NaturVision Publikumspreis verkündet. Das Rennen machte der Film „Der kleine Held vom Hamsterfeld“ von Uwe Müller, der bis zum 14.5.2022 in der ARD Mediathek verfügbar ist. Eine liebevolle Hommage an den Feldhamster, der kurz vor dem Aussterben steht. 

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„Those in Grass Houses“
(NaturVision Kurzfilmpreis)
 „Der kleine Held vom Hamsterfeld“
(NaturVision Publikumspreis)

Das Festival präsentierte wieder eine ausgewogene Mischung aus Filmen über die Faszination von Natur und Tier und den neuen Herausforderungen, sie in Zukunft zu erhalten. Dafür engagieren sich immer mehr Menschen und ihr vielfältiges Engagement wird in vielen Filmen gewürdigt.

(Kay Hoffmann)

Tags: doknews

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