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Jim Rakete im Interview zum Dokumentarfilm NOW

NOW von Jim Rakete nähert sich den vielen Gesichtern eines jungen Aktivismus für ein nachhaltigeres, besseres Leben. Mit Elisa Reznicek vom Haus des Dokumentarfilms spricht der renommierte Fotograf über den Dreh und die Beweggründe für seinen ersten Kinofilm.

„Ich wollte einen kleinen Film machen, der randvoll ist mit Argumenten“, betont Jim Rakete im Interview mit dem Haus des Dokumentarfilms. Seinem Kinodebüt sieht man das deutlich an. NOW setzt fast durchgängig auf einen „Talking Heads“-Ansatz. Zu Wort kommt die Speerspitze der vielfältigen, weltweiten Klimabewegung. Greta Thunberg (Fridays for Future), Luisa Neubauer (Fridays for Future), Felix Finkbeiner (Plant for the Planet), Nike Mahlhaus (Ende Gelände), Marcella Hansch (Pacific Garbage Screening/Everwave), Zion Lights (Extinction Rebellion) und weitere junge Menschen erläutern, wie sie zum Aktivismus gekommen sind und wie ihr Einsatz für einen besseren Planeten aussieht. Private Einblicke bleiben dabei weitestgehend außen vor; die Sachebene steht im Vordergrund.

NOW: Doku zum Klima-Aktivismus von Jim Rakete

Die Schlagzahl ist entsprechend hoch in Jim Raketes dicht gestricktem Kino-Debüt. Die Fülle der argumentativ starken Interview-Passagen wird nur durch einige Bilder von Demonstrationen, Reden und Aktionen durchbrochen. Gretas geradezu verzweifelte Wut beim UN-Klimagipfel in New York („How dare you!“) darf dabei als Schlüsselmoment natürlich nicht fehlen; dazu gesellen sich beispielsweise Aufnahmen aus dem Hambacher Forst, von dem Versuch der „Erstürmung“ eines Braunkohle-Kraftwerks, von Blockaden im öffentlichen Raum. Echte Ruheinseln gibt es in den 79 Minuten Spieldauer von NOW indes kaum. Es gibt nur eine Zeit zu handeln: Jetzt! 

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Extinction Rebellion bei einer Aktion
(Foto: W-film/Starhaus Filmproduktion)
Greta Thunberg posiert für ein Selfie
(Foto: W-film/Starhaus Filmproduktion)

 

Diese Dringlichkeit unterstreicht auch die Musik (Nils Strunk), die beständig nach vorne geht und neben der sehr hochwertigen, teils geradezu Imagefilm-artigen Bildgestaltung als gleichwertiges dramaturgisches Element eingesetzt wird. Das Zusammenspiel kann man mitunter etwas „too much“ finden, aber es dient zweifelsohne der Sache. Denn schnell wird so auch dem letzten Zuschauendenden klar: Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, etwas für ein bessere Zukunft zu tun. Und es ist auch höchste Eisenbahn – man muss JETZT ins Handeln kommen, sonst ist es zu spät. Dies unterstreichen auch Regisseur Wim Wenders und Musikerin/Lyrikerin Patti Smith, die als Sprachrohre der älteren Generation Parallelen zur 68er-Bewegung herstellen und den affirmativen Charakter des Films weiter verstärken.

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Schild bei einer Demonstration „Save the earth or die“
(Foto: W-film/Starhaus Filmproduktion)
Auch Wim Wenders ist die Dringlichkeit der Lage bewusst
(Foto: W-film/Starhaus Filmproduktion)

Interview mit Filmemacher und Fotograf Jim Rakete

Elisa Reznicek, Online-Chefin vom Haus des Dokumentarfilms, hat mit Jim Rakete über seinen Dokumentarfilm NOW und seine Einstellung gegenüber Klimabewegungen wie Fridays for Future gesprochen. Im Interview gibt der international renommierte Fotograf und frühere Musikmanager, der seine Antworten im eigenen Studio in Berlin live in Schwarz-Weiß aufgenommen hat, Einblicke in den Dreh zu NOW und verrät außerdem, warum er anders als beispielsweise Nathan Grossman in I AM GRETA den sachlichen Argumenten Vorzug vor den persönlichen Befindlichkeiten der Akteur:innen gegeben hat. 

 

Trailer NOW und Credits

NOW
Regie: Jim Rakete. Idee & Drehbuch: Claudia Rinke. Kamera: Philip Koepsell. Produzenten: Rainer Kölmel, Nina Spilger/Starhaus Filmproduktion GmbH. Unterstützt durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Im Verleih von W-film Distribution (Deutschland, Schweiz). Kinostart in Deutschland: 26. August 2021.

(Elisa Reznicek)

Tags: doknews

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