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Jetzt online: Meisterklasse-Videos mit Aelrun Goette

Es heißt, ein Bild sagt mehr als tausend Worte, was in besonderem Maße auch für Bewegtbild gilt. Sehen Sie hier Videos von der Meisterklasse mit Aelrun Goette im Haus des Dokumentarfilms, die am 25.9.2020 stattgefunden hat!

Videos der Meisterklasse im Haus des Dokumentarfilms

Die ersten beiden Videos zur Meisterklasse vom 25. September 2020 beschäftigen sich mit Aelrun Goettes dokumentarischen Arbeiten („Feldtagebuch – Allein unter Männern“, „Die Kinder sind tot“). Weitere Schwerpunkte sind ihre DDR-Herkunft, die sich auch im neuen Kinofilm „In einem Land, das es nicht mehr gibt“ widerspiegelt, sowie ihre Mitwirkung am SWR-Tatort „Wofür es sich zu leben lohnt“. 

Aelrun Goettes dokumentarische Arbeiten: „Die Kinder sind tot“

Im Dokumentarfilm „Die Kinder sind tot“ widmet sich die Grimme-Preisträgerin dem Leben und Umfeld einer Mutter, die ihre zwei Kleinkinder wochenlang allein in der Plattenbau-Wohnung zurücklässt. Die Beiden verdursten qualvoll. „Ich habe nicht verstanden, wie so etwas sein kann. Daher habe ich angefangen mich mit dem Prozess zu befassen“, sagt Aelrun Goette im Gespräch mit Astrid Beyer, die die Meisterklasse im Haus des Dokumentarfilms kuratiert.

„Feldtagebuch – Allein unter Männern“: erneut nah am Geschehen

Im Dokumentarfilm „Feldtagebuch – Allein unter Männern“ geht es um die Grundausbildung von vier der ersten Rekrutinnen bei der Bundeswehr. Begleitet von Kommentaren der Ausbilder, wie „Seid ihr Soldaten oder seid ihr im Mädchenpensionat?“ schnupperte auch Aelrun Goette den rauen Wind, der auf dem Kasernengelände weht, trug Fleckentarn und wurde auf dem Hof angebrüllt, wenn sie vergaß zu grüßen. 

Im Interview mit Kuratorin Astrid Beyer erzählt sie, wie es ihr zusammen mit ihrem Team gelang, „unsichtbar zu werden“, um nah an das Geschehen heranzukommen. Als junge Frau wurde sie beim Dreh vielfach unterschätzt. So nahm die Bundeswehr den Film nicht ab und sah ihn zum ersten Mal bei der Premiere im Kino. Der Film sorgte für großes Aufsehen und führte zur Einleitung von zwei gerichtlichen Disziplinarverfahren. Goette hat nach eigener Aussage aber bei aller Kritik auch Verständnis dafür, wie es in der Bundeswehr zugeht, denn im Krieg müsse jeder „körperlich vorbereitet sein“. Diese Widersprüchlichkeit wollte sie in ihrem Film aufzeigen.

Zusammenarbeit mit Fassbinder-Musen beim SWR-Tatort

Für Aelrun Goette beginnt die Arbeit von Regisseur*innen im fiktionalen Bereich, den sie ebenfalls bespielt, bei der Besetzung. Das schildert sich besonders eindrücklich am Beispiel ihrer „Tatort“-Produktion „Wofür es sich zu leben lohnt“. Für diese konnte sie mit den Musen von Rainer Werner Fassbinder arbeiten: Hanna Schygulla, Irm Hermann, Margit Carstensen und Eva Mattes.

Goette ging es bei der Zusammenarbeit besonders darum, sich mit den Schauspielerinnen zu verbinden. Die größte Herausforderung beim Bodensee-Tatort „Wofür es sich zu leben lohnt“ (2016), dem letzten mit Eva Mattes als Ermittlerin Klara Blum, sei es dabei gewesen, „große Stars zusammenzubringen“ und eine Geschichte zu schreiben, „die ihnen steht“. Herausgekommen ist eine bewusst skurrile Story: Es geht um drei ältere Frauen, die Männer umbringen, die sich an der Gesellschaft schuldig gemacht haben. Darüber hinaus spricht Goette eindrücklich über die Schwierigkeit als Regisseurin im Filmgeschäft zu bestehen.

Über den Kinofilm „In einem Land, das es nicht mehr gibt“

Aelrun Goettes großer und sehr breit gefächerter Erfahrungsschatz fließt auch in ihren Kinofilm „In einem Land, das es nicht mehr gibt“ ein, genauso wie ihre DDR-Herkunft (Dreh corona-bedingt auf 2021 verschoben).

Die Geschichte taucht in die Umbruchszeit der DDR im Jahr 1988 ein und bedient sich auch aus dem eigenen Leben der Filmemacherin. So arbeitet die Protagonistin, wie die Regisseurin einst selbst, für das Modejournal Sibylle. Transportiert werden soll ein spezielles Lebensgefühl, das weit ab vom oftmals vorherrschenden Bild einer muffig-grauen Diktatur und Mangelwirtschaft in den DDR-„Underground“ entführt, so die Regisseurin und Autorin.

Foto-Galerie und Artikel zur Meisterklasse

Einen Überblick über die Masterclass mit Aelrun Goette im Haus des Dokumentarfilms – inklusive umfangreicher Foto-Galerie – bietet zudem der Artikel „Am Ende ist alles dokumentarisch“

(Elisa Reznicek)

Tags: doknews, Meisterklasse

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