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„Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland 1895-1945“ ist online

Die Publikation „Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland 1895-1945“ ist nun auch online verfügbar. Nicht nur in Deutschland wurden die drei Bände (Reclam Verlag, 2005) als herausragendes Werk zur frühen deutschen Dokumentarfilmgeschichte gewürdigt.

Buchillustration: Filmaufnahmen (DFG / HDF)

Dokumentarische Formen lange vernachlässigt

Zuvor hatte die Filmwissenschaft auch international die verschiedenen dokumentarischen Formen zu Gunsten des Spielfilms lange vernachlässigt. Kino und Fernsehen präsentierten zwar nach wie vor gelegentlich „Klassiker“ von Walter Ruttmann, Leni Riefenstahl oder Arnold Fanck. Die Vielfalt der nicht-fiktionalen Genres ist jedoch einer breiteren Öffentlichkeit wie auch vielen Experten unbekannt.

Dokumentarfilme als Teil deutscher Kulturgeschichte

Die in den drei Bänden vorgelegten Forschungsergebnisse stellen die Geschichte der dokumentarischen Formen mit ihren ästhetischen Stilen als Teil der deutschen Kulturgeschichte dar. Die Filme werden in Beziehung gesetzt zu kulturellen, gesellschaftlichen, technischen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen. 2006 wurde die Publikation mit dem renommierten Willy-Haas-Preis als bedeutender Beitrag zum deutschen Filmerbe ausgezeichnet.

Hintergründe der Buchveröffentlichung

Altes SW-Bild von Filmaufnahmen aus einem Auto heraus (DFG / HDF)

Die dreibändige Buchveröffentlichung war das Ergebnis eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) von 1999 bis 2003 unterstützten Projektes. Dieses wurde geleitet von Privatdozent Dr. Peter Zimmermann vom Haus des Dokumentarfilms, Stuttgart, von Prof. Dr. Klaus Kreimeier von der Universität Siegen sowie von Prof. Dr. Martin Loiperdinger von der Universität Trier. Ziel der vom „Haus des Dokumentarfilms – Europäisches Medienforum“ angeregten Forschung war es, Genese und Geschichte des deutschen nicht-fiktionalen Films in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erstmals umfassend darzustellen. Rund 40 Filmwissenschaftler*innen trugen dazu ihr Wissen bei. Die Gesamtleitung lag bei Peter Zimmermann.

Hinweise zur Online-Publikation

Unterstützt durch das Haus des Dokumentarfilms, ist die Publikation auf der Plattform www.mediarep.org an der Universität Marburg abrufbar. Außer den detaillierten Inhaltsverzeichnissen mit direkten Links zu den Beiträgen befinden sich am Ende Bibliografien, Filmografien mit Stabangaben sowie ein Personenregister. In Band 3 gibt es außerdem ausführlichere Biografien zu rund hundert Filmemacher*innen. Die Dateien können mit der Volltextsuche recherchiert werden.


Band 1: „Kaiserreich 1895-1918“
herausgegeben von Uli Jung und Martin Loiperdinger

Band 2: „Weimarer Republik 1918-1933“ 
herausgegeben von Klaus Kreimeier, Antje Ehmann und Jeanpaul Goergen

Band 3: „‚Drittes Reich‘ 1933-1945“
herausgegeben von Peter Zimmermann und Kay Hoffmann

Ebenfalls online: „Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland 1945-2005“

Altes SW-Bild von Martin Rikli bei Filmaufnahmen (DFG / HDF)

Das gleichermaßen von der DFG geförderte Fortsetzungsprojekt zur „Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland 1945-2005“ wurde von 2012 bis 2018 unter der Leitung von Prof. Dr. Ursula von Keitz (Filmuniversität Babelsberg/Filmmuseum Potsdam), Prof. Dr. Thomas Weber (Universität Hamburg) und Dr. Kay Hoffmann (Haus des Dokumentarfilms, Stuttgart) durchgeführt. Die Datenbank des Projektes mit rund 15.000 Datensätzen ist seit 2018 auf www.dokumentarfilmgeschichte.de online. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes sollen dort sowie auf den Internetplattformen des Hauses des Dokumentarfilms voraussichtlich im Laufe des Jahres 2021 veröffentlicht werden. 

(Kay Hoffmann)

Tags: DOK Forschung