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    TV-Tipps

TV- & Mediatheken-Tipps – Im Fokus

Die Dokutipps in der Woche vom 01.07.-08.07.2022 legen den Fokus auf aktuelle weltpolitische Themen. Dabei streifen sie Diskurse aus Kultur, Religion sowie Wirtschaft und Technik und lassen auch Schattenseiten wie Diskriminierung und Ausbeutung nicht außen vor.

Banner Vorlage Im Fokus

Die Doku-Woche startet diesmal am Freitag, den 01.07.2022 mit dem Themenschwerpunkt USA und US-Politik. Der Fokus liegt hier auf historisch relevanten Ereignissen, wie dem Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 2001.
Eine andere Dokumentation fasst den Amoklauf an der Marjory Stoneman Douglas Highschool (MSD) in Parkland, Florida, ins Auge. 2018 wurden dort 17 Menschen getötet. Von Relevanz ist auch der öffentlich gewordene Trinkwasser-Skandal in der Stadt Flint im US-Bundesstaat Michigan.
Der 2017 erschienene Dokumentarfilm „I am not your Negro“ zeigt die Geschichte des vorherrschenden Rassismus in den USA. Auch fünf Jahre später ist der Film aktueller denn je.

01.07.

14:00 Uhr, ZDFinfo: „Amerika nach 9/11 – Trauma, Krieg und Spaltung“

USA webMit den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York beginnt ein langwieriger, bewaffneter Konflikt im Irak, in Afghanistan und den USA. Für den damaligen US-Präsidenten George W. Bush ist der Anschlag ein Angriff auf Amerika. Er zögert nicht und sagt dem Terror den Kampf an. Diese Entscheidung zieht einen jahrzehntelangen Krieg im Irak und in Afghanistan nach sich. Die USA foltern in Geheimgefängnissen Gefangene, während sich im Inland weitere Krisen anbahnen.
Die Dokumentation blickt anhand von Interviews mit ehemaligen Gefangenen, Geheimdienstmitarbeiter:innen, Politiker:innen und Journalist:innen auf 20 Jahre Anti-Terror-Kampf zurück. Sie hinterfragt die damaligen und heutigen Entscheidungen kritisch und stellt sie in einen neuen Zusammenhang.

Verfügbar in der ZDF Mediathek bis zum 31.07.2022.

17:20 Uhr, ZDFinfo: „US Kids – Amerikas Jugend gegen die Waffenlobby“

Im Jahr 2018 werden in Parkland, Florida, 17 Menschen bei einem Amoklauf an einer Highschool getötet. Die Trauer der Überlebenden verwandelt sich schnell in Wut und es entsteht eine Jugendbewegung. Die jungen Erwachsenen Samantha Fuentes, Emma González, David Hogg und ihre Mitstreiter:innen werden zu Symbolfiguren der Protest-Bewegung „March For Our Lives“. Der Dokumentarfilm begleitet sie über mehrere Jahre und schildert den Kampf zwischen den jungen Aktivist:innen und der US-Waffenlobby sowie der Politik.

Verfügbar in der ZDF Mediathek bis zum 30.09.2024.

23:55 Uhr, ZDFinfo: „Tödliches Trinkwasser – Skandal in Michigan“

Michigan webAuffällig viele Menschen erkranken 2014 in der Stadt Flint im US-Staat Michigan an der Legionärskrankheit. Einige Menschen sterben sogar. Schon bald stoßen Wissenschaftler:innen auf eine unglaubliche Geschichte dahinter: Das Trinkwasser der Stadt war verseucht. Einige Monate zuvor wurde die öffentliche Versorgung aus Kostengründen auf Flusswasser umgestellt, was durch ein marodes Wasserwerk geleitet wurde, das fast 50 Jahre außer Betrieb war. Das und die Tatsache, dass auch an Modernisierungsarbeiten gespart wurde, führt letztlich dazu, dass Wasser durch verrostete Rohre in die Haushalte floss und kurze Zeit später eine Krise um bleiverseuchtes, mit Legionellen belastetes Wasser, in Flint ausbricht. Die Dokumentation zeichnet in Gesprächen mit Betroffenen, Verantwortlichen und Wissenschaftler: innen ein umfassendes Bild des Ausmaßes der Katastrophe.

11:45 Uhr, ZDFinfo: „Tatmotiv Rassismus – Der Tod des Larnell Bruce“

Es ist der 10. August 2016 in Portland: der 19-jährige Afroamerikaner Larnell Bruce wird von einem mutmaßlichen Rassisten nach einem Streit überfahren und getötet. Das ganze Land starrt wie gebannt auf den Prozess. Dabei stellt sich die Frage: Musste er aufgrund seiner Hautfarbe sterben? Mobeen Azhar, US-Journalist, spricht mit geläuterten Neonazis, aufgebrachten Demonstrant:innen und traumatisierten Familien. Er wohnt außerdem der Gerichtsverhandlung bei, die unvorhergesehene Wendungen nimmt.

Verfügbar in der ZDF Mediathek bis zum 31.07.2022.

11:30 Uhr, Arte: „Genlabor Afrika“

Genlabor Afrika webEs sind Lobbyisten, Philanthrop:innen und Geschäftsleute, die für den Einsatz von Gentechnik in Afrika plädieren. Sie sehen in Eingriffen ins Erbgut von Tieren und Pflanzen die Lösung im Kampf gegen Hunger und Malaria, die zu zwei der größten Gesundheitsproblemen des Kontinents gehören. Einer der Anhänger der Bewegung ist Bill Gates. Er zählt zu den wohlhabendsten Männern der Welt und ist Gründer der einflussreichsten gemeinnützigen Stiftung der Geschichte, die Bill & Melinda Gates Foundation. Nahezu diskret und immun gegen kritische Stimmen forschen Wissenschaftler:innen an genetischen Veränderungen und Optimierungen von Pflanzen oder Mücken zur Lösung des Malariaproblems. Dabei ist die Rolle der EU ambivalent zu betrachten. Ihre ursprüngliche skeptische Haltung gegenüber Gentechnik und der potenziellen Risiken für Gesundheit und Umwelt hat sich gewandelt. Sie führt jetzt gemeinsam mit der Stiftung des Microsoft-Gründers Experimente durch, die in Deutschland verboten wären. Die Dokumentation beleuchtet, wie sich die Stiftung zu einer der wichtigsten Fördernden entwickeln konnte und zeigt eine neue Welt des Philanthropkapitalismus, in der Wohltätigkeit und Profitmacherei scheinbar keine Gegensätze kennen.

Verfügbar in der Arte Mediathek bis zum 18.10.2022.

Spannende Einblicke in ein seit Dekaden abgeschottetes Land geben die Dokumentarfilme über Nordkorea und Staatschef Kim Jong-un.

09:30 Uhr, National Geographic: „Nordkorea: Im Kopf des Diktators“

In der zweiteiligen Dokumentation „Nordkorea: Im Kopf des Diktators“ geht es unter anderem um die Gedankenwelt des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-un. Die Filme beleuchten wie der unberechenbare Staatschef die Zukunft seines Landes formt und so gleichzeitig sein Volk kontrolliert. Mit Hilfe von Archivaufnahmen werden Einblicke in das Leben der Kim-Familie gewährt. Zuschauer:innen erfahren mehr über die aufstrebende Schwester Kim Jong-uns und erfahren durch ein Exklusivinterview mit einem Attentäter, wie er die Ermordung seines Halbbruders in einem Flughafenanschlag einfädelte.
Die Dokureihe beginnt mit der Folge „Das Dilemma des Diktators“ und endet am 07. Juli 2022 mit der zweiten Folge „Eroberung der Weltbühne“.

Weitere Dokumentarfilme zur Thematik Nordkorea gibt es in der Mediathek: „Mein Besuch in Nordkorea“ und „Im Niemandsland – Was Korea teilt“

02.07.

07:30 Uhr, ZDFinfo: „Waffenschmugglern auf der Spur – Wie die Gewehre und Granaten nach Deutschland kommen“

Waffen webIn den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens kann man sich ganz leicht Waffen wie Maschinengewehre und Handgranaten besorgen. Viele davon werden auch nach Deutschland geschmuggelt. Laut Bundeskriminalamt sind schätzungsweise etwa sechs Millionen Waffen auf dem Balkan im Umlauf. Viele davon stammen aus den Beständen der ehemaligen deutschen Volksarmee. Eigentlich müssten diese Waffen zerstört werden. Waffen müssten eigentlich zerstört werden. Der Film begibt sich auf die Spur illegalen Waffenhandels.

Verfügbar in der ZDF Mediathek bis zum 01.07.2024.

11:15 Uhr, tagesschau24: „Arm trotz Job – Lohnt es sich noch zu arbeiten?“

Rund 25% der Beschäftigten sind Geringverdiener:in oder arbeiten im Niedriglohnsektor – die meisten davon in Vollzeit. Ihr Geld reicht gerade so zum Leben. SWR-Reporter Tobias trifft Menschen, die mit wenig Geld auskommen und die alle gerne ändern möchten, dass Gutverdiener:innen besser verdienen, während der Lohn auf unterer Ebene inflationsbereinigt stagniert.

03.07.

15:30 Uhr, Phoenix: „Zerrissenes Indien – Im Bann der Nationalisten“

Die indische Regierung unter Premierminister Narendra Modi und seiner BJP-Partei sorgt dafür, dass Andersgläubige und Andersdenkende zunehmend unter Druck geraten. Nach der Auffassung des Staatschefs und seiner Partei sollen nur Hindus in Indien herrschen. Ethnische und religiöse Minderheiten scheinen in der hindunationalistischen Ideologie der Regierungspartei keinen Platz mehr zu haben. Gewaltsame Übergriffe gegenüber Künstler:innen, Intellektuellen und vor allem Menschen muslimischen Glaubens bestimmen immer öfter den Alltag. Millionen Muslime wurden beispielsweise durch eine Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts auf einen Schlag staatenlos. Narendra Modi schürt zum Teil irrationale Ängste unter seinen Wähler:innen, deren Auswirkungen sich in Repressalien gegenüber einzelnen Individuen, aber auch gegenüber ganzen Gruppen zeigen. Der Dokumentarfilm zeigt, wie bedroht die größte Demokratie der Welt ist, und wo dennoch Erfolge durch die Opposition Anlass zur Hoffnung geben.

Verfügbar in der ZDF Mediathek bis zum 12.05.2025.

15:45 Uhr, ZDF: „Planet e.: E-Autos – Jobkiller oder Jobmotor?“

E Autos webJahrzehntelang war die deutsche Autoindustrie Jobmotor und ein Garant für Wohlstand. Doch mit dem Umstieg auf Elektromotoren verändert sich die Arbeitswelt. Nahezu für die Hälfte aller Stellen der Branche wird sich das Berufsbild ändern, dessen Zukunft die Elektrotechnik bestimmt. Schätzungsweise 200.00 Arbeitsplätze sind gefährdet. Jobs im Getriebebau werden überflüssig, im Batteriebau jedoch werden mehr Fachkräfte benötigt. In letzter Konsequenz könnte die Branche zwar mehr Jobs bieten als zuvor, doch garantiert ist das nicht. Ein besonderer Fokus liegt auf der Zuliefererbranche, die den Anschluss bei der Verkehrswende nicht verpassen dürfen. Der Dokumentarfilm von Thorsten Mehltretter gibt Einblicke in Entwicklung, Veränderung und Modernisierung innerhalb eines der größten Wirtschaftssektoren – der Automobilbranche.

Verfügbar in der ZDF Mediathek bis zum 29.06.2027.

04.07.

07:00 Uhr, ZDFinfo: „Jerusalem – Ewiger Kampf um die heilige Stadt“

Die Stadt Jerusalem ist seit Jahrtausenden ein Ort der Sehnsucht für Pilger:innen und zugleich Schauplatz der Geschichte: Drei Weltreligionen, zwei Völker. Dabei stellt sich die Frage: Wem gehört Jerusalem? Heilige Stätten wie die Klagemauer, Grabeskirche und Al-Aksa-Moschee liegen nirgendwo auf der Welt so dicht beieinander. Einst beteten Araber:innen und Jüd:innen dort gemeinsam. Heute wird der Alltag jedoch von Hass bestimmt. Nach der Ausrufung des Staates Israel im Jahr 1848 beginnen die Auseinandersetzungen. Es ist der Beginn des Nahostkonflikts. Zeitzeug:innen berichten in der Dokumentation von der Staatsgründung und den damit verbundenen Folgen.

18:45 Uhr, ZDFinfo: „Social Media – Propagandamaschine der Populisten“

SM webNahezu im Verborgenen erstellen Informatiker:innen, Meinungsforscher:innen und Big-Data-Expert:innen weltweit Schlachtpläne für Politiker. Sie gehen skrupellos vor, wenn es darum geht, ihren Auftraggeber:innen und Kandidat:innen zu einem Sieg zu verhelfen. Mittels Mikrotargeting und Online-Manipulation schüren sie den Hass und heizen die Stimmung immer weiter auf. Was sie dabei in Kauf nehmen: die Spaltung der Gesellschaft und die Untergrabung des demokratischen Diskurses. Der investigative Dokumentarfilm geht den Spuren des endlosen Informationsflusses nach. Dabei blickt er hinter die Kulissen der internationalen populistischen Bewegungen, analysiert ihre Online-Strategien und macht die sogenannten Ingenieure des Chaos ausfindig. Doch auch hier besteht Hoffnung auf Gegenwind: Faktenchecker, Aktivist:innen und Politiker:innen kämpfen couragiert gegen die Desinformation im Netz an.

Eine weitere Doku zum Thema Social Media und Gewalt im Netz läuft am 05.07.2022 um 23:20 Uhr auf Arte:„Liken. Hassen. Töten.“

22:25 Uhr, 3sat: „James Baldwin – I Am Not Your Negro“

Rassismus2 webbDas Fundament dieses preisgekrönten Dokumentarfilms, der einen neuen Blickwinkel auf die Geschichte der USA ermöglicht, bildet ein unveröffentlichtes Manuskript des amerikanischen Autors James Baldwin. Der Autor hinterlässt nach seinem Tod im Dezember 1987 ein 30-seitiges Manuskript mit dem Titel „Remember This House“. Inhalt ist die persönliche Auseinandersetzung mit den Biografien seiner Freunde Freunde Martin Luther King, Malcom X und Medgar Evers, die zwischen den Jahren 1963 und 1968 ermordet wurden. Im Dokumentarfilm von Regisseur Raoul Peck wird die jüngere US-Geschichte einer bis heute unterdrückten Perspektive neu erzählt.

05.07.

05:15 Uhr, ZDFinfo: „Chinas einsame Söhne – Die skurrilen Folgen der Ein-Kind-Politik“

Filmemacherin Katja Eichhorn gewährt in ihrem Film Einblicke in ein Reich, in dem es 34 Millionen mehr Männer als Frauen gibt, das Resultat der restriktiven Ein-Kind-Politik Chinas. In diesem Land muss ein junger Mann einiges auf sich nehmen, um eine Frau zu finden. Dabei spielt es eine Rolle, wie arm oder reich man ist. Je ärmer man ist, desto geringer die Chancen, eine Partnerin zu finden. Sogenannte „Brauttouren“ in die Länder Laos und Vietnam oder Kupplermärkte für besonders Reiche gehören zum Standartprozedere auf dem Heiratsmarkt. Das erscheint zunächst skurril, ist aber fruchtbarer Nährboden für Kriminelle. Auf dem Land werden inzestuöse Bündnisse eingegangen, um einzelne Dörfer vor dem Aussterben zu bewahren.

21:50 Uhr, Arte: „Pestizide: Europas zynischer Giftexport“

Pestizide webDeutschland, das sich immer mehr gegen Umweltgifte sperrt, ist nach wie vor der wichtigste Importeur von brasilianischem Kaffee, der nicht selten Rückstände von Pestiziden enthält. Europaweit wird Orangensaft getrunken, der aus stark belasteten Früchten aus Brasilien gewonnen wird. Große Firmen wie Bayer, BASF oder der schweizer Konzern Syngenta verdienen Milliarden mit dem Verkauf von hochgefährlichen Pestiziden, die in Europa verboten sind, auf der Südhalbkugel jedoch genügend Abnehmer:innen findet. Des Weiteren ist die Gesundheit, derjenigen die in Südamerika die Gifte ausbringen, enorm belastet. Erschreckend ist auch, dass über 20% der Giftopfer in Brasilien Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren sogar Säuglinge sind. Die Dokumentation zeigt die zynische Paradoxie hinter der Produktion und dem Export von Pestiziden sowie deren Folgen für Mensch und Umwelt.

Verfügbar in der Arte Mediathek bis zum 03.08.2022.

06.07.

13:45 Uhr, ZDFinfo: „Krankmacher Kohle – Polen kämpft um saubere Luft“

In der umliegenden Region der Stadt Rybnik in Polen werden 17 Kohleminen und vier Kraftwerke betrieben. Hier werden in der Luftverschmutzung Höchstwerte erreicht. Der Wind verteilt die Rußpartikel über den ganzen Kontinent. Schon vor der Covid-Pandemie trugen Kinder in Rybnik Atemschutzmasken, wenn sie draußen im Freien spielten. Atemwegserkrankungen wie Asthma erlebten in den letzten Jahren einen rapiden Anstieg. Jährlich sterben 400.000 Menschen in Europa vorzeitig an den Folgen der Luftverschmutzung. Viele Länder verwenden zur Erzeugung von Strom immer noch Kohle – in Polen ist die Lage besonders prekär. Rund 70% des benötigten Stroms stammen aus Kohlekraftwerken. Einige Bürger:innen kämpfen für ihr Recht auf saubere Luft, ihre Forderungen werden jedoch ohne belegbare Beweise von der Regierung zurückgewiesen. Investigativjournalist Martin Boudot geh in dem Dokumentarfilm auf Spurensuche nach Beweisen.

Verfügbar in der ZDF Mediathek bis zum 30.06.2025.

22:45 Uhr, ZDF: „Sex, Pille und das große Geld“

Der Film aus der Dokureihe „ZDFzoom: Grauzone“ widmet sich dem Thema Verhütung und leuchtet dabei die Grauzonen des Themas aus. Immer mehr Frauen wollen die Risiken hormoneller Verhütung nicht mehr eingehen und verzichten deshalb darauf, die Antibabypille einzunehmen. Die Doku fragt nach den Alternativen zur zuverlässigen Pille und danach, warum es nicht mehr Verhütungsmöglichkeiten für Männer gibt. Eine vom Andrologen Prof. Michael Zitzmann der Uni Münster geleitete Studie im Auftrag der WHO zu Hormonspritzen für den Mann wurde wegen auftretender Nebenwirkungen abgebrochen. Das zynische hierbei ist, dass mit zweierlei Maß gemessen wird: Frauen leiden seit Jahrzehnten unter Nebenwirkungen, die für Männer nicht hinnehmbar sind.

07.07.

01:30 Uhr, ZDF: „Zurück in die Ukraine – Die Heimkehr des Fotografen Juri Kosin“

Juri Kosin webJuri Kosin, ukrainischer Fotograf, erlebte den Ausbruch des Ukraine-Kriegs in seiner Stadt Irpin bei Kiew. Kosin dokumentiert die brutale Zerstörung, das unendliche Leid vieler Menschen und seine eigene Flucht nur wenige Wochen später. Der Fotograf kehrt nun in seine Heimatstadt zurück und er weiß, dass die Welt dort nun eine andere ist. Kosins schwierige Heimkehr wird vom Filmemacher Andrzej Klamt begleitet. Zum Zeitpunkt des Drehs gilt das Gebiet um Kiew wieder als sicher. Die russischen Truppen hinterließen bei ihrem Rückzug aus der nördlichen Ukraine Orte des Schreckens.

Verfügbar in der 3sat Mediathek bis zum 16.06.2023.

00:45 Uhr, ZDF: „Die Straße des Todes – Kriegsverbrechen in der Ukraine“

Ukraine webDer Film von Arndt Ginzel aus der Reihe „frontal“ dokumentiert erstmalig mit Zeugen, Opfer und Dokumenten ein Kriegsverbrechen, das an ukrainischen Zivilist:innen begangen wurde. Die Spur führt zu einer berüchtigten russischen Armee-Einheit. Schon kurz nach Ausbruch des Kriegs liefern Drohnenaufnahmen erste Belege für ein Kriegsverbrechen auf einer Schnellstraße vor Kiew. Den Reporter:innen gelang es, Überlebende und Angehörige der Opfer ausfindig zu machen und mutmaßliche Täter zu identifizieren.

08.07.

11:30 Uhr, ZDFinfo: „Liebe und Sex in Indien“

Die aus Indien stammenden Bollywood-Liebesfilme erfreuen sich einer großen Fangemeinde und auch das vor fast 2000 Jahren entstandene Kamasutra dürfte vielen ein bekannter Begriff sein. Wer jedoch glaubt, Liebe und Sex seien in Indien im öffentlichen Leben verankert, irrt sich. Bereits Zärtlichkeiten wie ein Kuss in der Öffentlichkeit oder das bloße Reden über Sex wird in Indien als obszön empfunden. Neun von zehn Ehen werden, trotz offizieller Abschaffung des Kastensystems vor rund 70 Jahren, immer noch arrangiert. Der Film veranschaulicht die Diskrepanz zwischen vorgegebener und gelebter Kultur. In boomenden Großstädten, in denen auch Frauen profitable Arbeitsplätze erobern, gibt es unter jungen Menschen sanfte Bestrebungen, diese Traditionen in Frage zu stellen und an ihnen zu rütteln.

Verfügbar in der ZDF Mediathek bis zum 31.07.2024.

22:55 Uhr, Arte: „Pussy, Pleasure, Power!“

Girls webWie nie zuvor wird die weibliche Lust und Sexualität in der Popkultur derzeit gefeiert. Wohingegen Künstlerinnen früher vor allem von Männern als Lustobjekte vermarktet wurden, leben sie heute die Inszenierung ihrer Körper und Sexualität explizit und lustvoll in Eigenregie aus. Weltstars wie Rihanna singen in ihren Liedern weniger von Liebe als von Sex und etikettieren ihre Songs mit der feministischen Botschaft ganzheitlichen Self-Empowerments.


 (Salome Hanselmann)