fbpx

Dokumentarfilm.info aus dem Haus des Dokumentarfilms
DOKUMENTARFILM.INFO - TÄGLICH DAS BESTE VOM DOKUMENTARFILM
facebook logo   twitter logo    instagram logo

    TV-Tipps

„Ab 18!“ – Dokus über das Erwachsenwerden bei 3sat

Zum zehnten Jubiläum der Dokumentarfilmreihe „Ab 18!“ zeigt 3sat ab Montag, 14.11.22, acht neue Produktionen. Diese tauchen ein in die Welt junger Menschen. Los geht’s ab 22:25 Uhr mit „Emrah und das Glück“ und „Hey Joe“ – die Redaktion stellt sie vor.

3sat Ab18 Emrah u d Glueck by ZDF JuliaSchlingmann web

Wie sieht es in jungen Menschen aus, die an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen? Was erleben sie und mit welchen Problemen sind sie konfrontiert? In der Jubiläumsstaffel von „Ab 18!“ spiegeln acht Dokumentarfilme ihre Erlebnis- und Gefühlswelt. Thematisch und stilistisch offen in der Form, erlauben sie ein hohes Maß an künstlerischer Freiheit. 2013 gingen die ersten Produktionen auf Sendung, zunächst im ehemaligen Digitalkanal ZDFkultur, später auf 3sat – mittlerweile sind fast 60 kurze und mittellange Autorenfilme mit einer Spieldauer von circa 30 bis 45 Minuten zusammengekommen. Das „Experimentierfeld für den Filmnachwuchs“ (3sat) wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach mit dem renommierten Grimme-Preis ausgezeichnet.

Auftakt der 3sat-Jubiläumsstaffel „Ab 18!“ am 14.11.2022

3sat Logo

Die beiden Produktionen, die zum Auftakt der diesjährigen „Ab 18!“-Staffel am 14. November auf 3sat laufen, stellt die Redaktion vom Haus des Dokumentarfilms ausführlich vor. Alle Infos und Sendetermine sind auf www.3sat.de/film/ab-18 zu finden. Die Erstausstrahlungen sind zudem online first bereits in der Mediathek abrufbar.

„Emrah und das Glück“ (22:25 Uhr)

3sat Ab18 Emrah u d Glueck 02 by ZDF JuliaSchlingmann web

Los geht’s mit „Emrah und das Glück“ um 22:25 Uhr auf 3sat. Der Film ist die Fortsetzung von „Bella Palanka“ aus dem Jahr 2018. Seitdem Emrah wegen mehrerer Delikte aus Deutschland abgeschoben wurde, jobbt er auf einer Baustelle in Belgrad. In der serbischen Hauptstadt wohnt er mit seinem Freund Rocki in einem möblierten Zimmer. In den Sommermonaten kommen die beiden ungelernten Hilfsarbeiter recht gut über die Runden, im Winter jedoch sind Jobs und Geld knapp.

„Emrah verschwendet kaum einen Gedanken an das Morgen oder Übermorgen und lebt deshalb ein Leben mit vielen Tiefen und wenig Höhen, am absoluten Existenzminimum“, sagt Filmemacherin Johanna Bentz gegenüber 3sat. „Jeden Tag muss er sich durchschlagen – da bleibt wenig Luft für anderes.“ Gemeinsam mit ihrer Kamerafrau Julia Schlingmann erzählt sie von der „Mischung aus Zwängen, Pech und Charakter“, die prägend für das Leben des jungen Mannes ist, ohne die Geschichte von Emrah und seinem Kumpel auf ein Sozialdrama zu verknappen. „Emrah und das Glück“ lässt vielmehr Raum für Grautöne, die sich einerseits aus Konflikten und Schwierigkeiten, andererseits aus Träumen und Hoffnungen speisen.

„Hey Joe“ (23:10 Uhr)

„Hey Joe!“ ist ebenfalls eine Fortsetzung und erzählt die Biografie des jungen US-Kriegsveteranen Joe weiter, die mit „Joe Boots“ (2017) erstmalig aufgegriffen wurde. Traumatisiert von seinem Einsatz im Irak-Krieg kämpft der Protagonist um seine finanzielle und mentale Stabilität. Mit der Invalidenrente, die ihm zugesprochen wurde, kann er sich schließlich eine eigene Wohnung in Detroit leisten und als Künstler arbeiten. „Hey Joe!“ zeigt seine Ambitionen, ein Kreativ-Zentrum aufzubauen und begleitet ihn bei der Vorbereitung seiner ersten Ausstellung.

3sat Ab18 HeyJoe by ZDF JohannesWaltermann web

„Wir wussten, dass wir Form und Ästhetik von ‚Joe Boots‘ nicht einfach wiederholen ‎können“, führt Regisseur und Autor Florian Baron bei 3sat aus. „Der erste Film lebt von Joes starker autobiografischer Erzählung. Bei ‚Hey Joe‘ ‎hatten wir den Ansatz, einen Gegenentwurf zum Interview-Setting zu finden und den ‎Film durch beobachtend-dokumentarische Aufnahmen stärker im Hier und Jetzt zu ‎verwurzeln.“ Herausgekommen ist eine „ungemein feinsinnige und stilistisch brillante Annäherung, die man so schnell nicht vergisst“, so 3sat-Koordinatorin Natalie Müller-Elmau.

(Elisa Reznicek)