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    TV-Tipps

Geschichtsdoku-Tipps für den Monat Januar 2023

Im Januar stehen drei Jahrestage im Fokus: Zur Machtergreifung Hitlers 1933 bieten ZDF und Arte jeweils Mehrteiler an. Die Niederlage der 6. Armee vor Stalingrad 1943 thematisiert ein Arte-Doku, und 3sat zeigt in der Woche des Holocaust-Gedenktages den Film „Blinden Schrittes“.

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Die Geschichtsdoku-Tipps stellen Fernsehproduktionen vor, die sich mit zentralen Ereignissen des 20. Jahrhunderts und der jüngsten Vergangenheit beschäftigen. Oft zeichnen sie sich durch den Einsatz von aufwändig recherchiertem und aufbereitetem Archivmaterial aus.

 

„Stalingrad – Stimmen aus Ruinen“

Dienstag, 03.01.2023, 20:15 Uhr auf Arte (Erstausstrahlung) und vom 03.01.2023 bis 02.01.2024 in der Arte-Mediathek.

200 Tage lang, von August 1942 bis Februar 1943, kämpften Wehrmacht und Rote Armee um die russische Stadt Stalingrad, heute Wolgograd. Ihr Ende fand die Schlacht vor 80 Jahren mit der Kapitulation der 6. Armee am zweiten Februar 1943. Damit markiert dieses Ereignis nicht nur einen wichtigen Wendepunkt in der Kriegsstrategie des Deutschen Reiches, sondern insbesondere auch in der Psychologie und öffentlichen Meinung der Bevölkerung.

Stalingrad Stimmen aus Ruinen by Schmidt Paetzel Fernsehfilme 1 web1200x720

Welche konkreten Auswirkungen diese 200 Tage auf die beteiligten Menschen, Soldaten wie Zivilisten, hatten, ist das Thema der Geschichtsdoku „Stalingrad – Stimmen aus Ruinen“. Größtenteils mit Archivmaterial und Tagebucheintragungen sowie Briefen erzählt, zeichnet sie ein lebendiges und ergreifendes Bild eines Kriegsschauplatzes, der uns dieser Tage erschreckend nah erscheint.

„Stalingrad – Stimmen aus Ruinen “, ein Dokumentarfilm von Artem Demenok. Eine Koproduktion von Schmidt & Paetzel Fernsehfilme und Russkoje Wosroschdenije im Auftrag von rbb und NDR in Zusammenarbeit mit Arte.

 

„Hitlers Macht“

Dienstags, 17.01.2023, 20:35 Uhr, 24.01.2023, 20:15 Uhr, 31.01.2023, 20:15 Uhr im ZDF (Erstausstrahlung) und jeweils zwei Tage vor Ausstrahlung für 10 Jahre in der ZDF-Mediathek.

Hitlers Macht by ZDF und Christian Michelmann web1200x720

Wie konnte ein mittelloser Soldat zum Reichskanzler aufsteigen und wie hat er seine Macht selbst vor dem Hintergrund offensichtlicher Niederlagen aufrechterhalten können? Diese Fragen stellt die dreiteilige Doku „Hitlers Macht“, die das ZDF an drei Dienstagen in Folge zur Primetime ausstrahlt. Dabei widmet sich der erste Teil Hitlers Aufstieg zum Reichskanzler, während Teil zwei ausführlich den Prozess der Machtergreifung und Gleichschaltung ab 1933 beleuchtet. Im dritten Teil schließlich geht es um den Machterhalt Hitlers während des Zweiten Weltkriegs.
Im Fokus von „Hitlers Macht“ stehen nicht nur die Motive der NSDAP, sondern auch die ihrer Förderer und Gegner. Die komplexen Machtspiele werden mit Experteninterviews, zahlreichen Archivaufnahmen und stilisierten Animationen nachgezeichnet. So gelingt es der Geschichtsdoku, trotz des umfangreichen Materials, in insgesamt 135 Minuten einen klärenden Einblick in die Mechanismen hinter der Machtergreifung zu geben. Die Ausstrahlung wird flankiert von Unterrichtsmaterialien und der exklusiv für die Mediathek erstellten Doku „#Hitlers Macht“ mit Mirko Drotschmann.

„Hitlers Macht“, eine Dokumentation in drei Teilen von Stefan Gierer und Rudolf Peter (Teil 1), Dagmar Gallenmüller und Karl Alexander Weck (Teil 2) und Jörg Müllner (Teil 3). Produziert von ZDF Digital Medienproduktion im Auftrag des ZDF.

 

„Blinden Schrittes“

Montag, 23.01.23, 22:25 Uhr in 3sat (Erstausstrahlung) und vom 22.01.23 bis 22.02.23 in der 3sat-Mediathek.

Blinden Schrittes by ZDF und Celine Bozon web1200x720Mit vier aus einer Gaskammer heraus aufgenommenen Fotos hat der Häftling Alberto Errera unser Bild des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau nachhaltig geprägt. Die Bilder des Sonderkommandos bei der Arbeit sind die einzigen erhaltenen visuellen Zeugnisse des industrialisierten Massenmordes der Nationalsozialisten. Dass diese Fotos jedoch nicht die einzigen sind, die den Alltag in den Konzentrationslagern aus Sicht der Gefangenen zeigen, lernen wir auf eindrückliche Weise in Christophe Cognets Dokumentarfilm „Blinden Schrittes“. In langen, ruhigen Einstellungen, kontextualisiert durch Zwischentitel, geht Cognet auf Spurensuche in Archiven und den Lagern. Er spricht vor Ort mit Historiker:innen und Bildwissenschaftler:innen, um möglichst genau zu erfahren, wann, wo und wie die Fotos aus Dachau, Buchenwald, Ravensbrück und Auschwitz-Birkenau entstanden sind.

„Blinden Schrittes“ ist der Auftakt einer Programmwoche von 3sat zum Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar. Zwei Spielfilme und fünf Dokumentationen, darunter die Erstausstrahlungen „Das Schweigen der Alten“ (Hans Hochstöger, 2021) und „Nummer 161.896: Der letzte Häftling von Dachau“ (Thomas Muggenthaler und Christian Stücken, 2021), gehören ebenfalls zum Programmschwerpunkt.

„Blinden Schrittes“, ein Dokumentarfilm von Christophe Cognet. Eine Produktion von L’Atelier Documentaire zusammen mit Ovalmédia und ZDF/3sat.

 

„Berlin 1933 – Tagebuch einer Großstadt“

Berlin 1933 Tagebuch einer Großstadt by Scherl Süddeutsche Zeitung Photo web1200x720 Dienstag, 24.01.2023, 20:15 Uhr und 21:45 Uhr auf Arte (Erstausstrahlung) und vom 24.01.23 bis 23.04.23 in der Arte-Mediathek.

Während „Hitlers Macht“ den Makroblick auf die Ereignisse vor und nach dem Schlüsseljahr 1933 einnimmt, geht die zweiteilige Geschichtsdoku „Berlin 1933 – Tagebuch einer Großstadt“ den entgegengesetzten Weg. Wie unter dem Mikroskop werden die privaten Schicksale und politischen Entscheidungen dieses einen Jahres in dieser einen deutschen Stadt in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt.
Beide Folgen, insgesamt 180 Minuten lang, sind ausschließlich aus Archivmaterial montiert, das in Teilen auch von der Landesfilmsammlung Baden-Württemberg im Haus des Dokumentarfilms zur Verfügung gestellt worden ist. Deswegen werden auch nicht die für Geschichtsdokus üblichen Experteninterviews verwendet. Stattdessen kommen hier Zeitzeugen in Originalaufnahmen sowie Briefen und Tagebucheinträgen zu Wort. Diese Zitate werden von einem einordnenden Kommentar flankiert, sodass ein lebendiges Bild einer Metropole in Aufruhr entsteht.

„Berlin 1933 – Tagebuch einer Großstadt“, ein Dokumentarfilm in zwei Teilen von Volker Heise. Eine Produktion von zero one film in Koproduktion mit rbb und Arte.


 (Daniel Artur Schindler)