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Dokville - Branchentreff Dokumentarfilm

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Rückblick Dokville 2017: »Pawlenski - Der Mensch und die Macht«

»Animierte Wirklichkeit – Zwischen Fakt und Fiktion« lautet der diesjährige Dokville Titel. Doch ein Blick in die Programmhefte zeigt, AnimaDok war bei dem Branchentreff immer präsent. Wir setzen unseren Rückblick im Jahr 2017 mit dem Dokumentarfilm »Pawlenski - Der Mensch und die Macht« von Filmemacherin Irene Langemann fort. Eine Dokumentation über Pjotr Pawlenski, der gegen den Machtapparat Russlands kämpft und dabei mit seinen extremen und selbstzerstörerischen Kunstdarbietungen immer wieder für Aufsehen sorgt.

 

 

Pawlenski näht sich aus Protest den Mund zu, protestiert nackt in Stacheldraht gewickelt in Sankt Petersburg und nagelt seinen Hodensack auf den Roten Platz in Moskau. Der Kunst-Terrorist schreckt nicht davor zurück, sein individuelles Wohlergehen in den Hintergrund zu stellen und anhand drastischer Selbstverletzungen Kritik am Regime zu üben. Dahinter stehen eine tiefe politische Überzeugung und das Verlangen, auf Missstände aufmerksam zu machen. Pawlenskis Aktionskraft beruht insbesondere auf seinen stillen Protesten, die er auf Öffentlichen Plätzen austrägt, ohne dabei zu sprechen. Erst durch die gewonnene Medienpräsenz und die Reaktion der Staatsmacht entfaltet seine Kunst ihre Wirkung.2016 wurde ihm der Václav-Havel-Menschenrechtspreis verliehen.

Die Regisseurin Irene Langemann begleitete Pjotr Pawlenski in Russland in Freiheit und während seiner Zeit in Haft.
Dank Originalprotokollen von Gerichtsverhandlungen, die im Film animiert nachgestellt werden, sind der Autorin entblößende und zugleich amüsante Szenen gelungen, die den Kampf eines Einzelnen gegen den Staatsapparat zeigen.

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(Dokville 2017: Regisseurin Irene Langemann mit Katrin Rothe und Dörthe Eickelberg im Gespräch)

 

(Katrina Schad)

Tags: dokville