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Corona DOKNews: Redaktionen trotzen Corona – das sagt 3sat

Zu unserer DOKVILLE Reihe »Corona DOKNews« hat uns eine Mitteilung der 3sat-Redaktion erreicht, die wir gerne teilen möchten. Redaktionen halten ihren Sendebetrieb aufrecht, auch unter den ungewöhnlichen Umständen und den Herausforderungen, die der Corona-Pandemie geschuldet sind.  

Das sagt Monika Sandhack von der 3sat-Redaktion zur journalistischen Arbeit in Zeiten von Corona:
»Theater, Kino und Museen geschlossen, Musik- und Filmfestivals abgesagt, Lesungen verschoben – das kulturelle Leben steht still. Distanzierung ist auch bei uns das Gebot der Stunde: das Großraumbüro ist beinah leer, gewohnte Abläufe fehlen, Teamarbeit funktioniert digital – über Videokonferenzen. Kein ständiges Kommen und Gehen, keine Telefone klingeln, gespenstische Ruhe auf den Gängen – Kulturzeit im Homeoffice. 

Die Beschäftigung mit dem Coronavirus ist zu einer Art Zeitenwende geworden

Aber die Themen gehen uns nicht aus und an Ideen mangelt es uns nicht, im Gegenteil. Die Beschäftigung mit dem Coronavirus ist zu einer Art Zeitenwende geworden, die auch die Verabredungen von Kultur und Gesellschaft betrifft. Wir erfahren, was es heißt, mit dem Risiko einer Infektion und zugleich inmitten einer viralen Nachrichtenflut zu leben: und wir versuchen, das kulturell abzubilden.

Von Montag bis Freitag senden wir live auf 3sat um 19.20 Uhr: Wir führen Gespräche zum Beispiel über die Rückkehr des Privaten, über Begriffe wie Isolation und Solidarität, fragen nach den Gefährdungen für unsere Demokratie, berichten über die Buchbranche und die Filmszene in Krisenzeiten. Täglich auf Sendung ist jetzt ein Corona-Tagebuch, das sind Zwischenrufe von Philosophen wie Philipp Hübl, Markus Gabriel und Sandra Flaßpöhler zum aktuellen Stand der Dinge. Außerdem bieten wir mit unserer neuen Reihe »Kultur trotz(t) Corona« freischaffenden Künstlern täglich im TV und auf Social Media eine Bühne: Musiker*innen, Tänzer*innen, Schauspieler*innen und Schriftsteller*innen spielen, tanzen, lesen und singen: sie alle filmen sich selbst in ihrem Zuhause und bekommen über die Kulturzeit ein Publikum, das ihnen verwehrt ist – in Zeiten, in denen für viele die Einkünfte wegbrechen.

Kultur wird und muss es gerade jetzt geben

Kultur, das erfahren wir auch von unseren Zuschauern, ist eben kein Luxus, dem man sich nur in guten Zeiten leistet. Kultur wird und muss es gerade jetzt geben – und damit auch das Reden und Berichten über Kultur. Wir alle, wir als Kulturjournalisten, aber auch unsere Moderatorinnen auf dem Schirm müssen erfinderisch werden: sie frisieren und schminken sich selbst, werden nicht mehr verkabelt und moderieren wie unsere ARD-Kollegin Cécile Schortmann mit Mikrofon in der Hand.

Aus der Schweiz und Österreich können Nina Brunner und Peter Schneeberger nicht mehr anreisen. Ariane Binder – wie ihre Kolleginnen Petra Bender, Susanne Brandl und Susan Christely vom SWR zur Kulturzeit nach Mainz entsandt – springt dafür als Kulturzeit-Moderatorin ein.

Es gilt in diesen schwierigen Zeiten das richtige journalistische Maß zu finden

Und für uns wie für alle ZDF-Mitarbeiter*innen, die wir gemeinsam in einer Redaktion arbeiten, gilt in diesen schwierigen Zeiten, das richtige journalistische Maß zu finden: wie kann jeden Tag die Kulturzeit – aktuell – gelingen mit einer guten Mischung aus engagierter Anteilnahme und besonnener Reflektion. Und zugleich zeigen, dass auch Platz bleiben muss für anderes.«

Dr. Monika Sandhack, 3sat »Kulturzeit«-Redaktion

Weiterlesen zum Thema: 
»Philosophisches Corona-Tagebuch« auf 3sat
»Kultur trotz(t) Corona« des 3sat-Magazins »Kulturzeit«

Tags: Corona