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Dokville - Branchentreff Dokumentarfilm

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Dokville-Interview mit Kai Gniffke, Intendant des SWR

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Redaktionen sind vielfältig. SWR-Intendant Kai Gniffke erzählt im Interview mit Dokville-Kuratorin Astrid Beyer von den grundlegenden Veränderungen in der Arbeit und erklärt, was es mit der Aktion »Für Euch da #Zusammenhalten« auf sich hat.

Bild: SWR-Intendant Kai Gniffke mit Maske

Dokville fragt nach: Wie begegnen Redaktionen der Corona-Krise?

Wir sind bei unseren Dokville-Vorbereitungen, gleich zu Anfang der Corona-Pandemie, auf kreative Kurzformate im Netz gestoßen. Sie werden auf den Internet- und Facebookseiten von Dokville thematisiert. Die Sicht der Redaktionen ist dabei ein Schwerpunkt. Es kamen zu Wort Monika Sandhack aus der 3sat Kulturzeit-Redaktion, Helge Fuhst (ARD Aktuell) in der Dbate-Reihe #Corona Interviews und wir berichteten über den SWR Corona-Themenabend am 15. April 2020.

Interview mit Kai Gniffke, SWR-Intendant

Nun stand uns Kai Gniffke vom SWR Rede und Antwort. Dokville-Kuratorin Astrid Beyer stellte dem Intendanten am 30. April 2020 drei Fragen zu den Auswirkungen der Pandemie auf den Sender.

Astrid Beyer: Welches Signal möchte der SWR mit dem Branding »Für Euch da #Zusammenhalten« setzen?

Bild SWR-Aktion: Zusammenhalten für die Kultur
Weiterlesen: SWR-Aktion #Zusammenhalten für die Kultur

Kai Gniffke: Jeder Einzelne kann sich selbst so gut es geht schützen. Aber wir merken in diesen Wochen, dass wir nur dann erfolgreich sind, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Darum zeigen wir mit #zusammenhalten, was jetzt am wichtigsten ist: Zusammenhalten in der Familie, mit den Arbeitskolleginnen und -kollegen, mit Freunden und in der Freizeit.

Ganz wichtig ist es aus meiner Sicht, füreinander da zu sein. Der SWR ist nur dann am richtigen Platz, wenn wir in der Mitte der Gesellschaft stehen. Wir machen unsere Nachrichten, unser Kulturprogramm, Unterhaltungsformate oder Filme nicht zum Selbstzweck, sondern für alle Menschen im Südwesten. Auch in dieser Krisenzeit sind wir für alle da. Schön ist, dass wir auch merken, dass die Nutzungszahlen deutlich gestiegen sind. Die Menschen geben dem SWR mit Online, Radio und Fernsehen einen festen Platz im Alltag.

Astrid Beyer: Welche grundlegenden Veränderungen in der Arbeit am täglichen Programm, besonders im aktuellen Bereich, finden durch die Pandemie statt?

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 Weiterlesen: SWR stellt Masken für den Eigenbedarf her

Kai Gniffke: Das spielt auf zwei Ebenen: Einerseits die Auswirkungen auf unser Programm. In den ersten Wochen gab es beispielsweise viele Sondersendungen der Nachrichten von SWR Aktuell. Wir produzieren zusätzliche Angebote, auch für unsere Social Media-Kanäle bei Facebook, Instagram etc. 
Die andere Ebene ist auch bei uns der Gesundheitsschutz für die Mitarbeitenden: Wie in allen Bereichen gilt bei uns auch Abstandhalten, Arbeiten in getrennten Teams, wo immer möglich Home Office und das Tragen von Masken dort, wo man sich doch nahekommt. Wir leben inzwischen mit den Besonderheiten dieser Krise, ein Ausnahmezustand ist es nicht mehr. Aber ich bin froh, wenn wir irgendwann wieder ganz normal miteinander umgehen.

Astrid Beyer: Welche positiven Veränderungen finden zurzeit statt, die in die zukünftige Gestaltung des Senders übernommen werden können?

Kai Gniffe: Wir verändern unsere Arbeitsweise, werden schneller und unkomplizierter. Viele unserer Meetings finden beispielsweise nur noch virtuell statt. Unsere Inhalte entstehen teilweise sehr kurzfristig, und in viel höherem Maße als früher exklusiv für digitale Plattformen. Das werden wir in Zukunft verstärken. Und ich habe den Eindruck, dass wir im Privaten viel mehr und intensiver kommunizieren, das zeigt sich auch in unserem beruflichen Alltag. Über Abteilungsgrenzen hinaus wird mehr zusammengearbeitet, weil es nur miteinander geht. Das ist ein tolles Signal und wenn wir uns das erhalten, freut es mich.

Astrid Beyer: Vielen Dank für das Gespräch!


Hintergrund: Nichts folgt in diesen Tagen normalen Abläufen und so haben wir auch bei Dokville unsere Berichterstattung den Gegebenheiten angepasst. Normalerweise würde der Branchentreff zum Dokumentarfilm am 18.-19. Juni 2020 im Stuttgarter Kino Metropol, parallel zum SWR Doku Festival, stattfinden und wir würden zurzeit Themen des Branchentreffs auf unseren Social-Media-Accounts und Webseiten verbreiten. Ausfallen wird Dokville nicht ganz. Ersatzweise planen wir kurze Web-Gespräche für die Branche, die voraussichtlich vom 18.-19. Juni 2020 stattfinden werden. Weitere Informationen dazu folgen. 

Tags: Corona