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Dokville - Branchentreff Dokumentarfilm

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Meisterklasse mit Ruth Beckermann  

Am 25. September 2020 findet die nächste Meisterklasse im Haus des Dokumentarfilms statt – dieses Mal mit Ruth Beckermann. Der eintägige Workshop steht unter dem Titel „Geschichte als Mosaik“ und konzentriert sich auf vier unterschiedliche Erzählformate der renommierten Filmemacherin, deren Name für ein der Gegenwart zugewandtes, politisches Kino steht.

Die Anmeldung für die Meisterklasse mit Ruth Beckermann ist ab sofort geöffnet; die Teilnehmerzahl ist begrenzt! Weiterführende Infos gibt es hier


 

Opus Musikdoku-Preis 2020: Interview mit Oliver Schwabe

„Man macht so einen Film ja nicht, um einen Preis zu bekommen, sondern weil er gemacht werden muss“, betont Oliver Schwabe lachend. Dass seine Tobias-Gruben-Doku „Die Liebe frisst das Leben“ mit dem Musikpreis 2020 der Opus GmbH ausgezeichnet wurde, freut den Regisseur und Autor aber dann doch. „Es ist ein Film über einen Musiker, den keiner kennt. Die Zuschauer trotzdem dafür zu begeistern, ist natürlich toll!“

Filmplakat Die Liebe frisst das LebenUnentdeckter musikalischer Diamant

Tobias Gruben ist der große Durchbruch im Mainstream-Bereich verwehrt geblieben. 1996 stirbt der Musiker, der teils in prekären Verhältnissen gelebt und gearbeitet hat, an einer Überdosis Heroin. Der Einfluss seiner unter anderem mit Cyan Revue und Die Erde komponierten Lieder auf zeitgenössische Bands wird im Film ebenso gespiegelt wie die tragische Beziehung zu seinem gefühlskalten Vater, die Gruben in einem seiner Songs thematisiert. Die schwierigen Familienverhältnisse sowie Grubens Werdegang werden unter anderem über bislang unveröffentliche Briefe erzählt. Außerdem kommen Grubens Geschwister sowie Weggefährten wie Freunde und Musiker zu Wort. 

Oliver Schwabe im Interview mit Redakteurin Elisa Reznicek

Im Interview mit Elisa Reznicek vom Haus des Dokumentarfilms erzählt Oliver Schwabe, warum er „Die Liebe frisst das Leben. Tobias Gruben, seine Lieder und die Erde“ erst mehr als 20 Jahre nach Grubens Tod gedreht hat, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf seine Arbeit hat und warum Musikthemen einen so großen Stellenwert in seinem Schaffen einnehmen. Immerhin stammen von Schwabe auch Dokumentationen wie „Being David Hasselhoff“, „Asi mit Niwoh – Die Jürgen Zeltinger Geschichte“, „Die Höhle von Eppendorf – Das legendäre Onkel Pö“ und „Tokio Hotel – Hinter die Welt“.

DIE LIEBE FRISST DAS LEBEN, TOBIAS GRUBEN, SEINE LIEDER UND DIE ERDE. Buch und Regie: Oliver Schwabe. Kamera: Nikolas Jürgens (Henning Drechsler). Montage: Christian Becker. Ton: Jule Burjes (Michael Arens, Filipp Forberg). Musik: Tobias Gruben, Die Erde, Cyan Revue, Sol. Produktion: field recordings filmproduktion. Koproduktion: interzone pictures. Filmförderung: Film- und Medienstiftung NRW, FFHSH. Deutschland 2019 – 92 Min. FSK 12

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis der Opus GmbH wurde am 1. Juli 2020 im Rahmen des SWR Doku Festivals vergeben. „Der Film schafft, was man sich von jedem Film, nicht nur von Dokumentarfilmen wünscht: Der Plot erzeugt einen intensiven Sog hinein in die Geschichte und die Welt des Protagonisten“, schwärmt die Musikfilm-Jury, die autark von der Hauptjury beim Deutschen Dokumentarfilmpreis entscheidet. „Das Lebensdrama des Tobias Gruben berührt wie das Schicksal eines Romanhelden und macht den Film zu ziemlich großem Kino.“

Mehr zu Oliver Schwabe gibt es auf dessen Homepage zu erfahren. 

(Elisa Reznicek)